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Flüchtlinge und Asyl: Integration

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Sprachförderung

Für  Asylbewerberkinder und -jugendliche besteht Schul- bzw. Berufsschulplicht. Ihre Sprachförderung erfolgt im Rahmen der Beschulung in den Regelschulen. Nach der Aufnahme werden Kinder- und Jugendliche in schulpflichtigem Alter zur Sprachstandsfeststellung und Vermittlung in eine Integrationsklasse (VKA-Klassen) an die Sächsische Bildungsagentur vermittelt. Mit Deutsch als Zweitsprache und Unterstützung durch Betreuungslehrer wird in diesen sogenannten DaZ-Klassen mit den Schülern und Schülerinnen schrittweise und individuell an der Integration in Regelklassen gearbeitet. Nach dem Besuch der speziellen Sprachförderung von bis zu einem Jahr kann der Wechsel in eine Schule in Wohnortnähe erfolgen.

Unbegleitete Kinder und Jugendliche werden an das Projekt „Sozialpädagogische Betreuung unbegleiteter minderjähriger Ausländer (umA)“ des Vereins der AGIUA e. V. vermittelt. Im Rahmen des Projektes nehmen sie am schulvorbereitenden Sprachmodul teil und erhalten  Hilfe zur Erstorientierung in Deutschland.

Junge Erwachsene erhalten je nach Platzkapazität die Möglichkeit, eine Sprachförderklasse an einem Berufsschulzentrum zu besuchen und werden dorthin vermittelt.

Für erwachsene Asylbewerber/innen werden in allen Gemeinschaftsunterkünften Sprachförderkurse, durchgeführt von ehrenamtlich Tätigen, angeboten. Zusätzlich können mit Stand 31.12.2015 17 kostenlose und fünf gebührenpflichtige Sprachförderangebote von verschiedenen Trägern und Initiativen in der Stadt Chemnitz besucht werden. Eine Aktualisierung der Angebote erfolgt regelmäßig. Die Übersicht steht allen Sozialarbeitern, die Asylbewerber beraten und betreuen, sowie den Asylbewerbern selbst zur Verfügung.

Ein durch die Bundesagentur für Arbeit initiiertes Sofortprogramm ermöglicht seit Oktober 2015 bis März 2016 über 300 Personen die Teilnahme an Sprachkursen, die mit dem Sprachniveau A1 abgeschlossen werden können.

Zur weiteren Integration der Asylbewerber werden seit Beginn des Jahres 2015 bei jedem neueinreisenden Asylbewerber Sprachkenntnisse, Bildungsniveau und vorliegende Berufsausbildung durch die aufnehmende Stelle (Sozialamt) ermittelt. In Form einer Potenzialanalyse werden diese Informationen im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Agentur für Arbeit und dem Sozialamt genutzt, um individuelle Beratung und Erarbeitung von Maßnahmen zur beruflichen Integration nach SGB III an die Agentur für Arbeit weiter zu geben.
 


Beschäftigung

Asylbewerber können gemäß dem Asylbewerberleistungsgesetz in Arbeitsgelegenheiten vermittelt werden. Neben den bestehenden Vereinbarungen zu Arbeitsgelegenheiten nach SGB XII wurden Kapazitätserweiterungen zur Eingliederung von Asylbewerbern in Maßnahmen der gemeinnützigen Tätigkeit gemäß § 5 AsylbLG vorbereitet.

Aktuell bestehen bei kommunalen und gemeinnützigen Trägern 45 Plätze für die Ausführung von gemeinnützigen Tätigkeiten durch Asylbewerber. In Gemeinschaftsunterkünften wurden zudem ca. 30 Plätze zur Beschäftigung geschaffen.

Die Bundesagentur für Arbeit hat in der Chemnitzer Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber ein Modellprojekt gestartet. Unter dem Titel "Frühzeitige Kompetenzerfassung für Asylbewerber" werden bereits während des Aufenthaltes in der Einrichtung die vorhandenen Qualifikationen der Flüchtlinge erhoben und die Eignung für den Arbeitsmarkt festgestellt. Das soll dazu beitragen, dass die Bemühungen, die Flüchtlinge in Arbeit oder an einen Ausbildungsplatz zu vermitteln, so früh wie möglich beginnen können.

Um die Arbeitsmarktintegration für Asylsuchende zu unterstützen, haben sich in der Stadt Chemnitz verschiedene Arbeitsgruppen und Netzwerke gebildet, z. B. die Kontaktgruppe Arbeitsmarktzulassung bei der Asylsuchende entsprechend ihrer Kompetenzen an die Bundesagentur für Arbeit vermittelt werden, um eine Arbeitsmarktzulassung zu beschleunigen.

Das Netzwerk zum Bundesprogramm "Stark im Beruf - Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein" unter dem Träger CBZ Bildungszentrum Schmitt e. K. mit den Netzwerkpartnern Jobcenter Chemnitz, der Migrationsbeauftragten und NeLe e. V. hat u. a. zum Ziel, Mütter für den Arbeitsmarkt zu befähigen.
 


Freizeitgestaltung

Neben dem Erlernen der deutschen Sprache bzw. der Teilnahme an einer Arbeitsgelegenheit, sind die Pflege von sozialen Kontakten und Freizeitaktivitäten wichtige Faktoren für gelingende Integrationsprozesse.

Um diese zu unterstützen, sollen geeignete Angebote zur Freizeitgestaltung entwickelt werden:

Dazu gehören insbesondere:

  • gemeinsame Besuche von kulturellen bzw. soziokulturellen Einrichtungen
  • gemeinsame Ausgestaltung von Festen und Veranstaltungen in den Gemeinschaftsunterkünften
  • Aufbau von Kontakten zu Akteuren im Gemeinwesen zur Inanspruchnahme von regelmäßig im Wohnquartier bestehenden Angeboten
  • regelmäßige Beschäftigungsangebote für in der Gemeinschaftsunterkunft lebenden Kinder und Jugendlichen
  • Organisation von sportlichen Aktivitäten
  • Schaffung von Möglichkeiten der kulturellen und religiösen Betätigung.

Zur Förderung der Integration von Bewohnern außerhalb der Gemeinschaftsunterkünfte und der Sicherung des sozialen Friedens in der Stadt ist eine regelmäßige Zusammenarbeit mit den jeweiligen Akteuren in den Stadtteilen und den Sozialarbeitern der betreuenden Träger aufgebaut.
 


Patenschaften

Im Jahr 2013 beschloss der Stadtrat der Stadt Chemnitz die Beteiligung an der Kampagne "Save me – eine Stadt sagt ja zu Flüchtlingen“.

Den Weg für diesen Beschluss bereitet die Chemnitzer Save me –Gruppe, auf deren Initiative seit 2013 regelmäßig Patenschaften für neu einreisende Flüchtlinge organisiert und geschlossen werden. Ideenleitend ist hierbei der Gedanke, dass soziale Teilhabe für Flüchtlinge insbesondere durch zwischenmenschliche Begegnungen ermöglicht wird. Persönliche Patenschaften zwischen Chemnitzer Bürgern und Flüchtlingen tragen dazu bei, den Flüchtlingen den Weg beim Einleben in die Stadtgesellschaft zu erleichtern, den ganz konkreten Alltag zu meistern und kleine Hürden im Wohnumfeld zu nehmen. Darüber hinaus ermöglicht eine Patenschaft den Paten eine interkulturelle Erfahrungs- und Lernmöglichkeiten.

Die Zusammenarbeit mit dem Patenprogramm der Save me Gruppe soll weiter stabilisiert und ausgebaut werden. Im Rahmen der Möglichkeiten der Gruppe und des Bedarfs seitens der Flüchtlinge soll jede Familie im angemieteten Wohnen einen Paten zur Seite gestellt bekommen.

Weitere Informationen und Kontaktaufnahme:

E-Mail schreiben

www.save-me-chemnitz.de


Bisher wurden 63 Familien in Patenschaften an 92 aktive Patinnen und Paten vermittelt (Stand: 14.01.2016). Jede Familie wird dabei von ein bis zwei Paten betreut. Insgesamt stehen aktuell laut Homepage der Save me Initiative Chemnitz 108 potentielle Patinnen und Paten sowohl symbolisch für die Weiterführung der Kampagnenziele wie auch praktisch für eine weitere Vermittlung an Familien zur Verfügung. Die betreuten Familien kommen aus der Russischen Föderation, dem Iran, Libyen, Kosovo, Serbien, Afghanistan sowie Syrien und Iran.

Darüber hinaus ist bekannt, dass eine Vielzahl von Patenschaften innerhalb von Hausgemeinschaften und Nachbarschaften entstanden sind.
 


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