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Flüchtlinge und Asyl: Unbegleitete minderjährige Ausländer

Foto: Riopatuca Images / Fotolia

Unbegleitete minderjährige Ausländer (umA) sind Kinder oder Jugendliche, die ohne ihre Eltern in die Bundesrepublik einreisen.

Sie kommen gegenwärtig hauptsächlich aus den Kriegs- und Krisengebieten des Nahen Ostens. Den größten Anteil bilden Kinder und Jugendliche aus Syrien, dem folgen als Herkunftsländer Afghanistan und Irak. Unbegleitete minderjährige Ausländer kommen auch aus Pakistan und Eritrea.
 

 

Was passiert bei der Einreise von unbegleiteten minderjährigen Ausländern?

Kinder und Jugendliche werden nach einer Quote auf die Bundesländer, Kommunen und Landkreise verteilt. Reisen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in die Bundesrepublik ein, werden sie – gemäß des Kinder- und Jugendhilferechts (SGB VIII) – von Jugendämtern am Ort der Erstaufnahme vorläufig in Obhut genommen. Das heißt, das zuständige Jugendamt bringt die Kinder und Jugendlichen in einer geeigneten Einrichtung der Jugendhilfe unter und führt ein sogenanntes Clearingverfahren durch. Dabei wird z.B. das Alter festgestellt, geprüft ob ihr Gesundheitszustand eine Verteilung zulässt und geprüft, ob es Angehörige in der Bundesrepublik oder anderen Aufnahmestaaten gibt. Danach kann eine Verteilung erfolgen.

Verbleibt der der Jugendliche am Ort der Erstaufnahme wird er hier vom Jugendamt in Obhut genommen. Die jungen Menschen erhalten dann einen Vormund, der sie bei der Klärung von ausländer- und asylverfahrensrechtlichen Fragen sowie bei der Zusammenführung wegen familiärer oder anderer sozialer Bezüge begleitet.

Sofern keine Familienzusammenführung möglich ist, werden die Jugendlichen in einer Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe bis zur Volljährigkeit betreut.
 

Unterbringung

Die unbegleiteten minderjährigen Ausländer finden in der Phase der Inobhutnahme Aufnahme in einem Clearinghaus. In dieser Zeit sollen die Geflüchteten zur Ruhe kommen. Ihnen wird ein Vormund zur Seite gestellt und zusätzlich erhalten sie sozialpädagogische Betreuung. Gemeinsam mit Sozialpädagogen des Amtes für Jugend und Familie durchlaufen sie einen Clearingprozess, der für die jungen Ausländer Perspektiven entwickelt. Finden sich keine Familienangehörigen, werden die Kinder und Jugendlichen bis zu ihrer Volljährigkeit betreut. Dies kann bei Pflegeeltern sein oder meist in einer betreuten Jugendwohngruppe.
 

Clearinghaus Ritterstraße 7

Das Clearinghaus in der Ritterstraße 7 wird durch die Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Chemnitz und Umgebung (AWO) betreut.

In viermonatiger Bauzeit entstanden dort Wohnbereiche, zumeist als 2- und ein 1-Bett-Zimmer. Im Keller des Clearinghauses können die Jugendlichen Sportgeräte nutzen. Ein Leiterbüro, die Küche und der Speiseraum befinden sich im Erdgeschoss und auf den anderen beiden Etagen, je ein Aufenthaltsraum, eine Teeküche wie auch Büros für Mitarbeiter des Jugendamtes sowie ein Schulungsraum für Sprachkurse.
 

 

Wohngruppe im Haus Friedrich-Hähnel-Straße 9

Das im Februar 2016 eröffnete Clearinghaus für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge an der Friedrich-Hähnel-Straße 9 im Stadtteil Helbersdorf hat zum Ende des Jahres 2016 seinen Betrieb eingestellt.

Die Einrichtung kann nun für eine andere Wohnform genutzt werden. Bereits Ende November 2016 entstand dort eine Jugendwohngruppe für acht unbegleitete minderjährige Ausländer verschiedener Nationalitäten. Dies ist eine der ersten Wohngruppen in Chemnitz, die sowohl ausländische Jungen als auch Mädchen beherbergt. Betreut werden sie weiterhin durch die Heim gGmbH.

Die Schließung eines der beiden Chemnitzer Clearinghäuser begründet sich durch die gesunkenen Asylbewerberzahlen.

 

Häufig gestellte Fragen zum Thema

Wer sind umA?

Unbegleitete minderjährige Ausländer (umA) sind Kinder und Jugendliche, welche ohne Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigte in die Bundesrepublik Deutschland eingereist sind. Insbesondere durch langanhaltende Krisensituationen (z. B. politische Verfolgung, Gewalt in Herkunftsländern) sind zahlreiche Menschen gezwungen, aus ihrem Heimatland zu fliehen. Viele von ihnen machen sich auf einen langen und oftmals gefährlichen Weg nach Europa. Darunter befinden sich nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder und Jugendliche.

Warum sind so viele Kinder und Jugendliche unbegleitet?

Zahlreiche Kinder und Jugendliche starten ihre lange Reise in Begleitung von Eltern, Verwandten oder Bekannten, allerdings verlieren viele von ihnen auf der Flucht ihre Familienangehörigen. Außerdem haben einige umA ihre Eltern durch das Kriegsgeschehen im jeweiligen Herkunftsland verloren und sind die Flucht mit anderen Familienangehörigen, Nachbarn oder Freunden angetreten.

Woher stammen umA?

Den größten Anteil bilden Kinder und Jugendliche aus Syrien, dem folgen als Herkunftsländer Afghanistan, Somalia und Irak. Insgesamt sind in Chemnitz 19 verschiedene Nationalitäten vertreten.

Wie gliedert sich die Altersstruktur?

Die Altersspanne der meisten umA liegt zwischen 14 bis unter 18 Jahre.

 

Altersgruppen

Anzahl umA  

unter 3 bis unter 9 Jahre

1

9 bis unter 12 Jahre

      7 

12 bis unter 14 Jahre

7

14 bis unter 16 Jahre

22

16 bis unter 18 Jahre

132

Stand: 24.03.2017

 

Welches Geschlecht haben umA vorrangig?

Der überwiegende Teil der umA ist männlich, jedoch reisen auch weibliche unbegleitete ausländische Kinder und Jugendliche nach Chemnitz ein. Weibliche umA in Begleitung ihrer Familienangehörigen verbleiben zumeist in den Erstaufnahmeeinrichtungen für Asylbewerber des Freistaates Sachsen, bis sie eine eigene Wohnung erhalten oder innerhalb des Landes verteilt werden. Junge Mädchen, welche ohne Verwandte nach Deutschland eingereist sind, finden Aufnahme im Kinder- und Jugendnotdienst.

Wie viele umA leben in Sachsen und speziell in Chemnitz?

Sachsen muss eine bestimmte Aufnahmequote erfüllen d. h. es ist festgelegt wie viel Asylsuchende ein Bundesland aufzunehmen hat. Diese Quote richtet sich nach den Steuereinnahmen sowie der Bevölkerungszahl (Königsteiner Schlüssel). Derzeit liegt diese Quote bei 5,08 %.

Momentan leben in Sachsen 2 298 umA. Chemnitz wiederrum muss 6,06 % aller in Sachsen ankommenden umA aufnehmen. Das sind derzeit über 200 Kinder und Jugendliche, die durch das Amt für Jugend und Familie betreut werden (Stand: 30.06.2016).

Wie kommen umA nach Chemnitz?

Unbegleitete Minderjährige können auf mehreren Wegen nach Chemnitz gelangen:

  • Alleinreisend nach illegaler Einreise
  • über die bundesweite Verteilung
  • in Begleitung einer Fluchtgemeinschaft (Verwandte)

Was ist ein Clearinghaus?

Als Clearinghaus wird eine Jugendhilfeeinrichtung bezeichnet, in der Kinder und Jugendliche (ab 11 Jahre) untergebracht sind. In vertrauensvoller Umgebung werden sie von den pädagogischen Fachkräften betreut und versorgt.

In Chemnitz existieren derzeit zwei solcher Einrichtungen. In den Häusern wohnen die Flüchtlingskinder zumeist in Doppelzimmern. Ferner stehen hier ausreichend Gemeinschaftsräume zur Freizeitgestaltung zur Verfügung. Kinder bis zehn Jahre und Mädchen finden Aufnahme im Kinder- und Jugendnotdienst.

Was ist eine vorläufige Inobhutnahme?

Nach der Feststellung der unbegleiteten Einreise eines ausländischen Kindes nach Deutschland ist das Jugendamt verpflichtet, dieses vorläufig in Obhut zu nehmen (§ 42a SGB VIII). Dies geschieht in dem bereits beschriebenen Clearinghaus oder nach entsprechender Ermessensentscheidung des Sozialarbeiters des Amtes für Jugend und Familie bei geeigneten Dritten (z. B. Verwandte). Das Jugendamt hat während der vorläufigen Inobhutnahme für das Wohl des Kindes zu sorgen und den notwendigen Unterhalt sowie Krankenhilfe sicherzustellen. Ab diesem Zeitpunkt findet ein Clearingverfahren seine Anwendung.

Was ist ein Clearingverfahren?

Nachdem die Kinder und Jugendlichen in Chemnitz angekommen sind, werden sie durch die Sozialarbeiter des Amtes für Jugend und Familie in Obhut genommen. Gemeinsam mit den Sozialpädagogen durchlaufen sie einen Clearingprozess, der für die Jugendlichen Perspektiven entwickelt (gesundheitliche, familiäre, schulische). Finden sich keine Familienangehörigen, werden die Kinder und Jugendlichen bis zu ihrer Volljährigkeit durch gerichtlich bestellte Betreuer begleitet (Vormünder).

Im Clearinghaus verbleiben Flüchtlingskinder bis zu 3 Monate und wechseln danach in eine geeignete Jugendhilfeform. In der Regel sind dies Jugendwohngruppen. Es kann aber auch eine Aufnahme in eine Pflegefamilie erfolgen.

Wie sieht die Tagesstruktur in einem Clearinghaus aus?

Kinder und Jugendliche werden durch die Betreuer um 6 Uhr früh geweckt. Im Anschluss daran findet das Frühstück in der Gemeinschaftsküche statt. Am Vormittag besuchen Flüchtlingskinder schulische Einrichtungen. Am Nachmittag finden verschiedene Freizeitaktivitäten statt, z. B. sportliche Betätigungen im hauseigenen Fitnessraum oder Spielenachmittage. Ab 22 Uhr kehrt im Clearinghaus die Nachtruhe ein.

Wie genau erfolgt die Altersfeststellung?

Die Altersfeststellung erfolgt durch staatlich anerkannte Sozialpädagog/-innen des Amtes für Jugend und Familie Chemnitz. Anhand mehrerer Merkmale wird entschieden, ob das angegebene Alter dem tatsächlichen entspricht.

Welche Rechte haben umA?

Recht auf einen Vormund

Kinder und Jugendliche benötigen einen Vormund, wenn sie ihre leiblichen Eltern verloren haben oder die Eltern nicht mehr in der Lage sind, ihre elterliche Sorge auszuüben. Ein Vormund ist ein weisungsfreier gesetzlicher Vertreter für die Minderjährigen, welcher das Recht und die Pflicht hat, für die Person und das Vermögen des Mündels zu sorgen sowie dessen Pflege und Erziehung persönlich zu fördern und zu gewährleisten.

 

Recht auf Bildung

Genauso wie die deutschen Kinder und Jugendlichen haben auch umA das Recht auf Zugang zu Bildung.

 

Recht auf Asylverfahren

In der Bundesrepublik Deutschland haben politisch Verfolgte das Recht, einen Asylantrag zu stellen (Artikel 16a Grundgesetz). Für umA muss diese Aufgabe ein gesetzlicher Vertreter (Vormund) übernehmen. Ein Asylantrag kann durch den Vormund formlos vor dem Erreichen der Volljährigkeit an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gestellt werden.

Was für Leistungen erhalten umA?

UmA erhalten Leistungen im Rahmen der Jugendhilfe gemäß des SGB VIII. Diverse Beträge (z. B. Taschengeld – nach Alter gestaffelt, Fahrtkosten, Dolmetscherleistungen etc.) werden durch das Amt für Jugend und Familie finanziert.

Wie lange werden umA durch das Amt für Jugend und Familie betreut?

Wenn sich keine Verwandten finden, werden die Jugendlichen bis zum Erreichen der Volljährigkeit und ggf. darüber hinaus durch die Sozialpädagogen des Amtes für Jugend und Familie betreut.

Wo gehen Jugendliche nach dem Erreichen der Volljährigkeit hin?

Es existieren mehrere Möglichkeiten, an welche Institutionen ausländische junge Erwachsene mit der Vollendung des 18. Lebensjahres übergeben werden können:

  • Wenn aufgrund der individuellen Situation des umA (z. B. gesundheitliche Einschränkungen, Traumata) eine eigenverantwortliche Lebensführung nicht zumutbar ist, kann die Jugendhilfe gemäß SGB VIII unter anderem bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres verlängert werden.
  • Wenn die Selbstständigkeit des umA gegeben ist, sein Asylantrag jedoch noch nicht beschieden wurde, wird er in die Zuständigkeit des Sozialamtes der Stadt Chemnitz übergeben.
  • Jugendliche, die bis zur Volljährigkeit noch keinen Asylanatrag gestellt haben, werden am Tag des 18. Geburtstages an die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber des Freistaates Sachsen übergeben. Diese werden entweder der Stadt Chemnitz zugewiesen oder innerhalb der Bundesrepublik verteilt.
  • Wenn der Asylantrag positiv beschieden wurde und eine Fiktionsbescheinigung vorliegt, geht der ehemalige umA in die Zuständigkeit des Jobcenters über.

Welchen Aufenthaltsstatus erhalten umA?

UmA besitzen keinen eigenständigen Aufenthaltstitel. Mit der Anerkennung des Asylantrages erhalten sie eine zeitlich befristete Aufenthaltserlaubnis.

Was passiert, wenn der Asylantrag abgelehnt wird?

Zumeist handelt es sich hierbei um Personen aus sicheren Herkunftsländern. Die Jugendlichen verbleiben bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres in der Jugendhilfe (bis dahin gilt der Abschiebeschutz). Am Tag des 18. Geburtstages werden sie in die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende des Freistaates Sachsen gebracht. Dort verbleiben sie solange, bis sie in ihr Heimatland abgeschoben werden können.

Wer betreut umA?

In den Clearinghäusern und Jugendwohngruppen werden ausländische Kinder und Jugendliche durch sozialpädagogisches Personal betreut.

Was passiert, wenn die Jugendlichen straffällig werden?

Werden unbegleitete minderjährige Ausländer straffällig, so finden auf sie die gleichen Gesetze und Verfahrensvorschriften Anwendung wie auf deutsche Jugendliche. Bei der Sanktionierung hat das Amtsgericht also zu prüfen, mit welchen erzieherischen Maßnahmen eine erneute Straffälligkeit verhindert werden kann. Die Bandbreite reicht dabei von der Auferlegung gemeinnütziger Arbeitsstunden bis hin zu Arrest oder Jugendstrafe.

Kinder unter 14 Jahren sind generell strafunmündig. Bei Jugendlichen zwischen 14 bis unter 18 Jahren findet immer Jugendstrafrecht Anwendung. Bei jungen Volljährigen (18 bis unter 21 Jahren) kann unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls Jugendstrafrecht angewandt werden. Für Nicht-Deutsche kann eine Verurteilung zu Schwierigkeiten beim weiteren Aufenthalt in Deutschland führen; ggf. sind sie wegen ihrer Straffälligkeit auszuweisen.

Warum verschwinden junge Flüchtlinge?

Zahlreiche Flüchtlingskinder werden über den bundesweiten Verteilmechanismus nach Chemnitz transportiert. Viele von ihnen begehren bereits bei ihrer Einreise einen bestimmten Ort. Sie hegen den Wunsch in einer Großstadt oder sogar in einem anderen europäischen Staat zu leben.

Der Verteilungsschlüssel lässt Wünsche unberücksichtigt. Zudem haben einige umA bereits Verwandte in anderen Bundesländern. Nach der Inobhutnahme reisen sie auf eigene Faust zu ihren Familienangehörigen weiter.

Wie gestaltet sich der Zugang zur Bildung?

Im Rahmen des Clearingverfahrens wird im ersten Clearinggespräch zu Beginn der Inobhutnahme  u. a. festgestellt, über welchen Bildungsstand der Jugendliche verfügt. Die Stadt Chemnitz setzt den Schwerpunkt von Anfang an auf sprachliche Förderung der jungen Flüchtlinge. Bereits wenige Tage nach der Ankunft wird in den beiden Clearinghäusern Deutsch unterrichtet.

Alle umA unterliegen in der Bundesrepublik Deutschland einer Schulpflicht. Damit die Jugendlichen zeitnah die richtige Schule besuchen können, ist eine professionelle Bildungsberatung durch die Sächsische Bildungsagentur notwendig. Innerhalb drei bis vier Wochen nach der Inobhutnahme findet im Clearinghaus eine besondere Bildungsberatung statt. Mit diesem Termin wird das Kind/der Jugendliche einer geeigneten Schulform (Grundschule, Oberschule bzw. Berufliches Schulzentrum) zugewiesen.

In der Regel werden umA bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres an einer Oberschule unterrichtet, über 15-Jährige besuchen hingegen die Beruflichen Schulzentren (BSZ). In den Grund-  und Oberschule besuchen ausländische Kinder und Jugendliche vorerst eine so genannte Vorbereitungsklasse (VKA), über die die schulische Integration sprachlich vorbereitet wird. Am BSZ hingegen charakterisiert sich der VKA-Unterricht zusätzlich durch berufsvorbereitenden Aspekte, d. h. 24 Stunden in der Woche erfolgt reiner Deutschunterricht, weitere 6 Unterrichtsstunden sind mit berufspraktischen Anteilen gefüllt.

Da die Jugendlichen erst in ca. 6 Wochen nach der Aufnahme im Clearinghaus in einer VKA Klasse aufgenommen werden, existiert noch ein weiteres Angebot, um diese Zeit zu überbrücken. Ein freier Träger bietet einen Orientierungskurs für umA an, welcher zur Vermittlung von Grundkenntnissen der deutschen Sprache, Normen und Werte der hiesigen Gesellschaft und Kultur dient.

Gibt es in der Stadt Projekte für umA, an denen ich mich engagieren kann?

Patenschaftsprojekt Friendship:

Das Ziel des Projektes besteht darin, eine bessere Vernetzung zwischen einheimischen sowie ausländischen Kindern und Jugendlichen zu schaffen. Durch das Projekt soll unter

anderem die Integration in die Schule und in die neue Umgebung erleichtert werden. Der Kontakt zu gleichaltrigen Schülern bietet eine gute Basis für die Entwicklung der sozialen Kompetenzen und zur Findung geeigneter Bezugspersonen in der neuen Region.

Ebenso kann durch den regelmäßigen Austausch mit dem Paten eine schulische und berufliche Perspektive entwickelt werden. Auch der beidseitige Abbau von Vorurteilen und Unsicherheiten gegenüber der fremden Kultur soll gemindert werden.

Weitere Informationen zum Projekt und Vermittlungsmöglichkeiten:

Amt für Jugend und Familie
Bürger und Verwaltungszentrum (Moritzhof)
Bahnhofstraße 53
09111 Chemnitz
Ansprechpartnerin: Frau Steege
Telefon: 0371 488-5119
E-Mail: jugendamt.friendship@stadt-chemnitz.de


Bildungspatenschaften CONJUMI:

In dem Projekt „CONJUMI“ wird als zentrales Ziel die Stärkung und Förderung von in Chemnitz lebenden jungen Migranten und Migrantinnen verfolgt. Bildung, gesellschaftliche Teilhabe und gefestigte soziale Fähigkeiten sind wichtige Faktoren für eine gelingende Integration ins Lebensumfeld und ein verbindendes gesellschaftliches Miteinander ungeachtet kultureller Hintergründe. Nicht zuletzt deshalb sollen Jugendliche mit Migrationshintergrund gezielt hinsichtlich ihrer schulischen und bildungsbezogenen Erfolge, ihrer aktiven und kompetenten Teilhabe sowie ihrer individuellen und sozialen Kompetenzen gefördert werden (Quelle: http://www.agiua.de/projekt_conjumi.html).

Weitere Informationen unter:

http://www.agiua.de/projekt_conjumi.html

AGIUA Migrationssozial- und Jugendarbeit e. V.
Müllerstraße 12, 09113 Chemnitz
Ansprechpartnerinnen: Frau Martin, Frau Streblow
Tel.: 0371 495-12760
E-Mail: conjumi@agiua.de
 

Warum halten sich viele jugendliche Flüchtlinge in der Innenstadt auf?

Jugendliche Flüchtlinge halten sich sehr oft in der Innenstadt auf, weil sie sich hier mit Freunden treffen können. Die Unterbringung in den Wohnheimen oder Wohnungen erfolgt zumeist in Mehrbettzimmern, die den Aufbau einer Privatsphäre nicht zulassen. Auch sind die Wohnheime und Wohnungen in der gesamten Stadt verteilt. Die Innenstadt mit ihrer zentralen Lage und seinen Parkflächen lädt als Treffpunkt ein.
 

Warum haben fast alle Flüchtlinge ein Handy?

Das Handy ist die einzige Möglichkeit mit den Familienangehörigen in Kontakt zu treten.  Insbesondere für Kinder und Jugendliche ist der regelmäßige telefonische Kontakt mit Eltern oder Verwandten von großer Bedeutung, um mit dem Leben in der Ferne, dem Heimweh und der Trennung zurecht zu kommen.
 

 

Ehrenamtliche Vormundschaft

Ehrenamtliche Vormundschaft für Flüchtlingskinder – Das Amt für Jugend und Familie sucht interessierte Bürgerinnen und Bürger

Zahlreiche in Chemnitz ankommende ausländische Kinder und minderjährige Jugendliche, sind auf sich allein gestellt, da sie teilweise ihre Eltern oder Angehörigen im Krieg verloren haben oder von ihnen auf ihrem Fluchtweg getrennt wurden. Die Zeit für die minderjährigen Ausländer ist schwer zu meistern, da sie nicht selten aufgrund der Erlebnisse traumatisiert sind. Sie bedürfen Schutz und Fürsorge, wie alle Kinder.

Auch sie brauchen jemanden an ihrer Seite, der die gesetzliche Vertretung und persönliche Verantwortung für sie übernimmt, solange sie nicht volljährig sind.

Wenn Eltern in diesen Fällen diese Aufgabe nicht übernehmen können, daran gehindert sind oder aus bestimmten Gründen nicht dürfen, muss das Familiengericht diese Aufgabe an einen anderen Erwachsenen übertragen.

Das Amt für Jugend und Familie sucht  Menschen, die bereit sind, vor allem für ausländische minderjährige Kinder oder Jugendliche ehrenamtlich eine Vormundschaft zu übernehmen.

Diese Tätigkeit ist eine anspruchsvolle Herausforderung und stellt ein besonderes Ehrenamt dar.

Die ausländischen Kinder und minderjährigen Jugendlichen leben i. d. R. in einer Einrichtung der Jugendhilfe, so dass die Sorge für Unterhalt nicht in die Verantwortung des Vormundes fällt.
 

Ihre AUFGABEN:

  • Klärung der individuellen Perspektiven des Jugendlichen unter Beachtung der ausländerrechtlichen Bestimmungen, d. h.
    z. B.
  • Asylantragstellung
  • Kontaktaufnahme mit den in Deutschland lebenden Familienmitgliedern
  • evt. Unterstützung bei Familienzusammenführung
  • regelmäßiger persönlicher Kontakt (mindestens einmal monatlich)
  • notwendige erzieherische Hilfen beantragen
  • ggf. Vermögen verwalten oder Sozialleistungen beantragen
  • das Kind/den Jugendlichen in gerichtlichen Verfahren vertreten und dafür sorgen, dass sie angemessen beteiligt werden
  • Entscheidungen treffen, z. B. über den Lebensort, die Schule oder die Ausbildung und immer das Kind/den Jugendlichen entsprechend seines Entwicklungsstandes informieren und beteiligen

ANFORDERUNGEN an Sie:

Sie verfügen über ausreichend Erfahrung im Umgang mit Kindern bzw. minderjährigen Jugendlichen. Eine pädagogische Ausbildung ist nicht erforderlich. Sie bringen Flexibilität, Verantwortungsbereitschaft, persönliche Belastbarkeit sowie die Bereitschaft zur Selbstreflexion und zum Austausch mit.

Die Wertschätzung des Ihnen anvertrauten Kindes oder Jugendlichen und die Förderung seiner Persönlichkeit sollten Ihnen am Herzen liegen.
 

UNTERSTÜTZUNG für Sie:

Wenn Sie sich für die Tätigkeit als ehrenamtliche Vormündin oder ehrenamtlichen Vormund entschieden haben werden Ihnen in einer Schulung alle Grundlagen dieses anspruchsvollen  Ehrenamtes vermittelt.

Das Amt für Jugend und Familie steht Ihnen bezüglich der Wahrnehmung der Vormundschaft für Ihr Mündel in allen Fragen für eine regelmäßige Beratung und Unterstützung zur Seite.

KONTAKT:

Stadt Chemnitz
Amt für Jugend und Familie
Abteilung Amtsvormundschaft, Abstammung, Unterhalt
Sachgebiet Amtsvormundschaft

Bürger- und Verwaltungszentrum (Moritzhof)
Bahnhofstraße 53,
09111 Chemnitz
Tel.: 0371 488-5141
E-Mail senden 

 

Patenschaftsprojekt Friendship

Begegnung schafft Freundschaft

Unter den Migranten befindet sich eine Vielzahl von Kindern und Jugendlichen, die sich aufgrund der langanhaltenden Krisensituationen (z. B. politische Verfolgung, Gewalt in den jeweiligen Herkunftsländern) mit ihren Familien oder allein auf die weite Reise begeben. In unserer Mitte angekommen, gilt es die Neuzugewanderten schnellstmöglich durch zahlreiche Integrationsmaßnahmen zu fördern, um ihnen eine angemessene gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Um Flüchtlingskindern den Einstieg und das Leben in einer anderen Kultur zu erleichtern, sollen Patenschaften mit deutschen Schülern aufgebaut werden. Durch das Projekt, soll unter anderem die Integration in die Schule und in die neue Umgebung der ausländischen Kinder und Jugendlichen erleichtert werden. Der Kontakt zu gleichaltrigen Schülern bietet eine gute Basis für die Entwicklung der sozialen Kompetenzen und zur Findung geeigneter Bezugspersonen in der neuen Region. Ebenso kann durch den regelmäßigen Kontakt zu dem Paten eine schulische und berufliche Perspektive entwickelt werden. Auch der Abbau von Vorurteilen und Unsicherheiten gegenüber der fremden Kultur soll gemindert werden.

Insbesondere Chemnitzer Schüler, die Lust haben junge Flüchtlinge kennen zu lernen, mit ihnen Freizeit zu verbringen und ihnen als Pate zur Seite zu stehen, können sich beim Amt für Jugend und Familie melden.

Eine Informationsveranstaltung für alle interessierten Schülerinnen und Schüler ist für Anfang September geplant. Das genaue Veranstaltungsdatum und -ort werden in Kürze bekannt gegeben.

Wenn Sie Fragen haben oder mehr über das Projekt erfahren möchten, wenden Sie sich bitte an:

Kontaktdaten

Stadt Chemnitz
Amt für Jugend und Familie
Bahnhofstraße 53
Ansprechpartner: Frau Steege
Tel.: 0371 488-5119
E-Mail: jugendamt.friendship@stadt-chemnitz.de


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Ansprechpartner

Stadt Chemnitz
Amt für Jugend und Familie
Bahnhofstraße 53 (Moritzhof), 09106 Chemnitz

Unbegleitete minderjährige Ausländer
Tel.: 0371 488-5119

Pflegekinderdienst
Tel.: 0371 488-5937, -5131

Fax: 0371 488-5198
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Behördenrufnummer 115
Montag bis Freitag 8 - 18 Uhr