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PRESSEMITTEILUNG 35 Chemnitz, den 25.01.2017

Chemnitz bewirbt sich als „Kulturhauptstadt Europas 2025“

Stadtrat beauftragt Oberbürgermeisterin mit der Vorbereitung einer Bewerbung

Chemnitz will Kulturhauptstadt werden: Der Chemnitzer Stadtrat hat in seiner heutigen Sitzung Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig beauftragt, eine Bewerbung von Chemnitz um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“ vorzubereiten. Die Leitung des Projekts übernimmt Ferenc Csák, Leiter des Kulturbetriebs der Stadt Chemnitz. Mit seinem Beschluss bestätigte der Stadtrat für die Jahre 2017 bis 2020 Haushaltsmittel für die Erarbeitung der Bewerbung in Höhe von insgesamt 1,2 Millionen Euro sowie die notwendigen Sachkosten.

Die mit der Bewerbung verbundenen strategischen Gedanken zur Entwicklung der Stadt reichen weit über das Jahr 2025 hinaus. Davon werden in erster Linie die Menschen in Chemnitz und die Chemnitzer Unternehmen profitieren, aber auch die künftigen Besucher.

Mit der Bewerbung und den Gedanken über die Zukunft von Chemnitz möchte die Stadt europaweit ein deutliches Signal für die jungen und jüngsten Generationen setzen. Es liegt jetzt in der Verantwortung der Älteren, Strategien und Ideen für die Zukunft der Jungen zu entwickeln. Die Bewerbung ist ein strategischer Stadtentwicklungsprozess, der Raum für Experimente und Innovationen in allen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen schaffen wird.

Breite Unterstützung

Bevor eine Bewerbung die Jury überzeugen kann, müssen die Chemnitzer selbst für die Idee brennen. Angesteckt hat das Vorhaben schon jetzt die Protagonisten der Chemnitzer Subkultur. Darum unterstützen 54 Szene-Initiativen sowie Kunst- und Kulturvereine die Bewerbung der Stadt Chemnitz um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“. Dahinter stehen fast 1400 Engagierte, die Chemnitz bereits seit Jahren mit viel Kreativität, Leidenschaft und großem – oft ehrenamtlichen – Einsatz zu einem interessanten, lebendigen und spannenden Ort machen. Als Insider wissen sie am besten um die kulturelle Vielfalt der Stadt. Sie alle sind überzeugt: Chemnitz will und kann gewinnen.

Chemnitz soll entdeckt werden!

Die Geschichte der Stadt Chemnitz ist es wert, von ganz Europa wahrgenommen zu werden – angefangen vom „Sächsischen Manchester“ über die sozialistische Vorzeigestadt, den Struktur-wandel der Wende- und Nachwendejahre bis zu den jüngsten strategischen Zukunftsplänen, die zuletzt aus der Morgenstadt-Initiative entsprangen. Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswissenschaft und Organisation hat die sogenannte City-Lab-Analyse durchgeführt und Chemnitz im Ergebnis Empfehlungen ausgesprochen, die eine Bewerbung um den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ stützen. Dazu zählen die langfristige, strategische Entwicklung der Stadt, ein Plan für die strategische Kulturentwicklung und die Stärkung des internationalen Profils der Stadt ebenso wie der Ausbau von Programmen, um die Stadt für junge Menschen auch für die Zukunft attraktiv zu halten. Die Bewerbung als Kulturhauptstadt eröffnet Chemnitz einen breiten Spielraum, diese Herausforderungen anzunehmen und anzugehen.

Bewerbungsverfahren

Die Bewerbungen der Städte werden nach festgelegten Kriterien bewertet. Dazu zählt der Beitrag der Bewerbung zur Langzeitstrategie der Stadt, die europäische Dimension des Programms, eine klare und stimmige künstlerische Vision für das Kulturprogramm, ein breiter gesellschaftlicher und politischer Konsens über die Umsetzungsfähigkeit, ein realistisches Budget, belastbare Organisationsstrukturen, ein Kommunikationskonzept und ein Plan zur Mittelbeschaffung ebenso wie die umfassende Einbindung und Beteiligung der Bevölkerung.

Die Bewerbung für das Kulturhauptstadtjahr 2025 muss voraussichtlich gegen Ende des Jahres 2019 im nationalen Bewerbungsverfahren eingereicht werden. 2020 trifft die Jury eine Vorauswahl und richtet Empfehlungen an die ausgewählten Bewerber. 2021, vier Jahre vor dem Veranstaltungsjahr, trifft die Jury eine Endauswahl und setzt das Europäische Parlament, den Rat, die Kommission und den Ausschuss der Regionen darüber in Kenntnis. Schließlich ernennt die Kommission anhand der Juryauswahl eine Stadt, die den Titel trägt.

Organisation des Bewerbungsverfahrens

Zur strategischen Steuerung des Bewerbungsprozesses soll am 8. Februar 2017 eine Lenkungsgruppe vom Stadtrat berufen werden. Sie setzt inhaltliche Schwerpunkte, definiert Rahmenbedingungen und bereitet weitere erforderliche Stadtratsbeschlüsse vor.

Zur Ideen- und Konzeptentwicklung wird ein Programmrat gebildet. Er integriert internationale Expertise und leistet die kreative Arbeit für die Bewerbung. Mit Beschluss des Stadtrates werden auch fünf ehrenamtliche Kulturbotschafter im Programmrat mitwirken. Die Kulturbotschafter sind Bürger aller Altersgruppen der Stadt Chemnitz, die sich bereit erklären, den Bewerbungsprozess inhaltlich und konzeptionell zu begleiten. Interessierte können sich künftig beim Kulturhauptstadt-Sekretariat bewerben.

Unter der Leitung von Ferenc Csák ist das Projektmanagement unter anderem für die Programmentwicklung und Programmplanung, die Budgetabwicklung, die Organisations- und Personalabwicklung und die Gesamtvermarktung verantwortlich. Ein Kulturhauptstadt-Sekretariat wird eingerichtet. Diesem obliegen Verwaltungs- und Controlling-Aufgaben und die kulturpolitische Arbeit. Zudem entwickelt es Konzepte zur Beteiligung der Bürger, bspw. durch die Installation einer vom Stadtrat beauftragten Online-Plattform. Das Kulturhauptstadt-Sekretariat soll ab 1. Februar 2017 befristet bis 31. Dezember 2020 mit zwei Personalstellen besetzt werden.

Finanzielle Voraussetzungen

Der europäische Beitrag an der Finanzierung des Budgets für das Kulturhauptstadtjahr beträgt 1,5 Millionen Euro und wird in Form des Preises zu Ehren von Melina Mercouri verliehen. Zusätzlich sind in vielen früheren Kulturhauptstädten große Investitionen in die Infrastruktur geleistet worden. Dafür können weitere Instrumente der europäischen Gemeinschaftspolitik wie die Strukturfonds, insbesondere der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und der Europäische Sozialfonds (ESF) genutzt werden.

Ein detaillierter Kostenrahmen für die Umsetzung des Kulturhauptstadtjahrs in Chemnitz ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt verfrüht. Erfahrungsgemäß tragen die Kommunen etwa ein Drittel der Ausgaben für die Kulturhauptstadt Europas selbst, etwa ein Drittel wird aus Bundes- und Landesmitteln und ein Drittel aus EU-Fonds, durch Ticketverkäufe und mit Sponsoring finanziert. Für die Jahre 2020 bis 2026 schätzt die Stadt die eigenen Kosten für die Vorbereitung und Umsetzung des Kulturhauptstadtjahrs auf 20 Millionen Euro. Das Budget ist abhängig vom konkreten Kulturprogramm und wird im Haushalt abzubilden sein.

Pressestelle
Stadt Chemnitz

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