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PRESSEMITTEILUNG 293 Chemnitz, den 20.04.2018

Ehrenbürgerschaft der Stadt Chemnitz an Ingrid Mössinger verliehen

Der Generaldirektorin der Kunstsammlungen Chemnitz, Dr. h. c. Ingrid Mössinger, ist bei einem Festakt für ihre Verdienste um die Kunstsammlungen und die Stadt Chemnitz die Ehrenbürgerschaft verliehen worden. Mehr als 500 Gäste waren zur Verleihung gekommen, darunter Ehrenbürger, Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft.

Die Laudatio hielt Dr. Thomas de Maizière, langjähriger Bundes- und Landesminister. Der Sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer sprach ein Grußwort. Ingrid Mössinger trug sich zudem in das Goldene Buch der Stadt Chemnitz ein.

Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig: „Ingrid Mössinger hat Chemnitz in die Welt getragen und die Welt nach Chemnitz geholt. Das gilt für die einzigartigen Ausstellungen, so zum Beispiel zu Picasso, Munch, Renoir, die Peredwischniki, Andy Warhol oder Bob Dylan. Ingrid Mössinger holte über Jahre aber nicht nur große Ausstellungen in die Stadt, sondern auch erlesene Sammlungen und Stiftungen. Dass Chemnitz sich seiner Stärken als kreativer, wertschöpfender, moderner Lebensraum wieder bewusst ist, das ist auch das Werk Ingrid Mössingers. Die Stadt Chemnitz sagt mit ihrer höchsten zu vergebenden Auszeichnung Danke für das jahrzehntelange Wirken.“

Ministerpräsident Michael Kretschmer betonte: „Ingrid Mössinger hat das Image von Chemnitz und das Lebensgefühl in der Stadt geprägt. Sie hat das hier vorhandene Potenzial erkannt und entfaltet. Die Chemnitzer können stolz sein auf ihre Kunstsammlungen, auf ihre Stadt der Moderne und eine wunderbare und inspirierende neue Ehrenbürgerin, die mit Charme, Leidenschaft und Herzblut dazu beigetragen hat.“

Dr. Thomas de Maizière: „Ingrid Mössinger hat der Stadt, die nach der Wiedervereinigung vielen außerhalb von Chemnitz als heruntergekommen und abgeschrieben galt, Glanz zurückgegeben. Keinen Glanz als Fassade – sondern ein Glanz mit Substanz, mit Kraft, mit Geist! Das Wichtigste und zugleich Schönste ist, dass sie dabei Kunst und Kultur nie als elitär oder als Selbstzweck verstanden hat. Ihr ist es immer ein Herzensanliegen gewesen, die Kunstsammlungen zu einem offenen Ort der Begegnung und des Miteinanders in der Mitte der Gesellschaft zu machen.“

Den musikalischen Abschluss des Festaktes bildete ein Konzert des Solo-Oboisten der Berliner Philharmoniker, Albrecht Mayer. Begleitet wurde er am Flügel vom Berliner Pianisten Hinrich Alpers.

Zur Begründung für die Verleihung der Ehrenbürgerschaft:

Ingrid Mössinger prägte die Kunstsammlungen Chemnitz seit 1996. Die Kunstsammlungen wurden 2010 vom Kunstkritikerverband AICA zum „Museum des Jahres“ gekürt. Bereits seit 2001 stehen die Kunstsammlungen im Blaubuch der gesamtstaatlich bedeutsamen Kultureinrichtungen im Osten Deutschlands. 2003 wurden sie unter 163 Mitbewerbern von der Stiftung „Lebendige Stadt“ für das beste deutsche Museumskonzept ausgezeichnet.
2003 fand die einzigartige Kollektion des Münchner Galeristen Dr. Alfred Gunzenhauser mit mehr als 2.400 Werken der Klassischen Moderne in Chemnitz eine Heimat. Im Jahr 2007 wurde das eigens für die Sammlung umgebaute Museum Gunzenhauser eröffnet. Herausragende Verdienste erwarb sich Ingrid Mössinger auch durch die Erweiterung der Sammlung. Die Stadt verdankt Ingrid Mössinger zudem eine Vielzahl an Schenkungen von Werken berühmter Künstler.

Die von Ingrid Mössinger verantworteten Ausstellungen haben vielfach – auch international – für Aufsehen gesorgt: „Picasso et les femmes“ (2002), Edvard Munch (1999), Lucas Cranach (2005), Karl Schmidt-Rottluff (2006), Ernst Ludwig Kirchner (2007), die Peredwischniki (2012), Andy Warhol (2014) und viele andere. Eine gefeierte und bestaunte Weltpremiere gelang ihr mit der ersten Exposition der Werke Bob Dylans (2007). Die Zahl der Ausstellungen in der Amtszeit Ingrid Mössingers liegt bei zirka 170. Insgesamt wurden mehr als 500 Künstler aus 45 Ländern gezeigt.

Allein der Förderverein „Freunde der Kunstsammlungen Chemnitz“ zählt heute mehr als 1000 Mitglieder und ist damit der mitgliederstärkste Förderverein eines Museums für bildende Kunst in Sachsen. Kunst für alle zugänglich zu machen, zählte stets zu den Maximen Ingrid Mössingers – ein nachhaltig wirkendes Produkt dieses Anspruchs ist der Kunstbus Konrad, der seit 2011 Schülerinnen und Schüler in die Kunstsammlungen bringt.
 

 
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