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Chronik

Stadtansicht Chemnitz

Chemnitz ist die drittgrößte sächsische Stadt. Sie liegt am Fuße des Erzgebirges und hat sich im vergangenen Jahrhundert aus dem Flusstal der Chemnitz über die Hügel im Westen und Osten ausgebreitet.

Der Chemnitzfluss, der für die Stadt namensgebend wurde und Steinbach bedeutet, entsteht an der südlichen Stadtgrenze durch den Zusammenfluss der Quellflüsse Würschnitz und Zwönitz.

Das Territorium war in frühgeschichtlicher Zeit nicht besiedelt, dennoch durchzogen es Wege, die Böhmischen Steige. 1143 findet das Benediktinerkloster durch die Verleihung des Marktrechtes urkundliche Erwähnung.

Dieses Privileg lässt auf den königlichen Stadtgründungswillen schließen, ist aber nicht das Gründungsdokument der mittelalterlichen Stadt. Die planmäßig angelegte, unmittelbar dem König zugehörige Stadt entstand vermutlich im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts und besaß bald eine Ratsverfassung.

 

In wettinische Herrschaft wechselte Chemnitz als Pfandobjekt nach 1307. Der Markgraf verlieh Privilegien, die die Stadt wirtschaftlich stärkten. Von herausragender Bedeutung ist das Bleichprivileg von 1357, mit dem vier Bürgern die Einrichtung einer Bleiche für die Markgrafschaft Meißen an der Chemnitz gestattet wurde. Außerdem verbot der Markgraf die Ausfuhr von Garn, Flachs, Zwirn und ungebleichter Leinwand.

Chemnitz erhielt damit eine Zentralstellung in der Textilproduktion und im Textilhandel. Ausdruck wirtschaftlicher Stärke der Stadt war der Erwerb von Landbesitz vom Kloster 1402 und der Kauf der hohen und niederen Gerichtsbarkeit sowie des Zolles vom Landesherrn 1423. Ab 1531 wirkte der berühmte Arzt, Mineraloge und Montanwissenschaftler Georgius Agricola als Arzt und Bürgermeister in der Stadt.

Im 17. Jahrhundert arbeitete mehr als ein Drittel der Chemnitzer Bevölkerung in der Textilherstellung, die durch erste Versuche fabrikmäßiger Produktion und des Einsatzes von Maschinen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts einen großen Aufschwung nahm. Um 1800, mit dem für deutsche Verhältnisse frühen Einsetzen der Industriellen Revolution, war Chemnitz eines der bedeutendsten gewerblichen Zentren und entwickelte sich zur ersten Fabrik- und zweiten Handelsstadt im Königreich Sachsen.


Rasch veränderte die Stadt ihr Äußeres, die Mauern wurden geschliffen, die Stadttore abgebrochen, der Stadtgraben verlandete. Vororte und Vorstädte rückten enger aneinander, da sich die Industrie vor allem dort ansiedelte und die Verkehrserschließung diese Gebiete fester an die Stadt band. Die Eröffnung der Eisenbahnstrecke Chemnitz-Riesa 1852 war der Beginn des Eisenbahnnetzes, das bis um die Jahrhundertwende intensiv ausgebaut wurde.

Auch die innerstädtischen Verkehrsverhältnisse verbesserten sich nach 1880 durch den Einsatz der Pferdebahn. Neue Produktionsstätten mit modernen Antriebs- und Arbeitsmaschinen nahmen weite Flächen ein und prägten die Stadt. Chemnitz wurde zu einem nationalen Zentrum der Textilproduktion und des Maschinenbaues, dessen Erzeugnisse zu den begehrtesten in aller Welt gehörten; Chemnitz war das "sächsische Manchester".

Die städtische Bevölkerung wuchs enorm an. 1883 wurde Chemnitz Großstadt, nur 30 Jahre später lebten hier schon über 320.000 Menschen. Von 1844 bis 1929 wurde durch die Eingemeindung von 16 Vororten das Stadtgebiet wesentlich vergrößert.


Stadtansicht Chemnitz

Der Anger (Gebiet hinter dem heutigen Hotel "Mercure") und der Graben (Theaterstraße und Bahnhofstraße bis Posthof) wurden bebaut, Kaßberg und Stollberger Straße für die gehobene Wohnbebauung erschlossen, Sonnenberg, Brühl, Südvorstadt und Schlosschemnitz als Arbeiterwohngebiete entwickelt.

Auch das Stadtzentrum erfuhr eine Veränderung zur Großstadt hin:
Am Markt und Johannisplatz, an der Post-, Theater- und Königstraße entstanden Geschäfte, Büros, Banken und Versicherungen. Die Stadtverwaltung baute zwischen 1883 und 1915 den Schlachthof, die Markthalle, das Elektrizitätswerk, das Städtische Museum, die Feuerwache, das Leihamt, das Neue Stadttheater, das Neue Rathaus, das Gaswerk, das Küchwald-Krankenhaus, viele Schulen und die Radrennbahn.

Brachte der Erste Weltkrieg zunächst weiteren industriellen Aufschwung, folgte in den Jahren danach jedoch zunehmend Notstand in allen Bereichen. Zahlreiche Chemnitzer Unternehmen brachen zusammen, die Zahl der Arbeitslosen war im Verhältnis zu anderen deutschen Städten am höchsten.

 

1930 hatte die Stadt die meisten Einwohner in ihrer gesamten Geschichte, über 360.000 Menschen arbeiteten und lebten hier auf engem Raum. Die Firma Auto-Union verlegte 1936 ihren Sitz nach Chemnitz. Die Autobahn wurde dicht an Chemnitz vorbeigeführt.

Im Zweiten Weltkrieg produzierten Chemnitzer Betriebe wieder verstärkt für die Rüstung. Ab 1940 gab es Luftwarnungen, 1945 im Februar und am 5. März erfolgten die schwersten Bomberangriffe. Am Ende des Krieges waren fast 4.000 Menschen in der Stadt ums Leben gekommen und das Zentrum sowie angrenzende Wohngebiete auf über sechs Quadratkilometern zerstört. Der Wiederaufbau wurde Mitte der 50er Jahre zugunsten einer neuen, weiten Innenstadt aufgegeben. Das Zentrum erhielt ein völlig anderes Aussehen. Bei Vernachlässigung der Altbausubstanz in den Gründerzeitquartieren entstanden seit Mitte der 60er Jahre am Rande der Stadt große Wohngebiete.

Karl-Marx-Stadt, so hieß Chemnitz von 1953 bis 1990, war Zentrum des DDR-Maschinenbaues und brachte es Ende der 80er Jahre auf 315.000 Einwohner. Trotz weiterer Eingemeindungen in den letzten Jahren leben gegenwärtig 245.000 Menschen in der Stadt.

Der gravierende politische und wirtschaftliche Wandel, der im Herbst 1989 mit dem Zerfall der alten Machtstrukturen begann, führte unter anderem zum Aufbau der kommunalen Selbstverwaltung und leistungsfähiger Industriebetriebe. Mittelständische, innovative Unternehmen auf neuen Gewerbegebieten prägen heute das wirtschaftliche Leben. Der Neubau von Wohn- und Geschäftshäusern und die Sanierung traditionsreicher Wohngebiete wie Kaßberg und Sonnenberg und denkmalgeschützter Bauwerke verändern das Stadtbild.


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