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Georgius Agricola

Ein Renaissancemensch in Chemnitz: Georgius Agricola, der Stadtmedicus und Bürgermeister

Zu den bedeutendsten Persönlichkeiten in der Geschichte der Stadt Chemnitz, ja zu den Großen in der deutschen Geschichte überhaupt, gehört der am 24. März 1494 in Glauchau geborene Tuchmachersohn Georg Bauer, der seinen Namen - wie damals unter Humanisten üblich - latinisierte: Georgius Agricola.

Nach Studien in Leipzig und Italien wirkte Agricola in Zwickau als Schulmeister und im böhmischen St. Joachimsthal (Jachymov) als Stadtarzt und Apotheker, bevor er als Stadtmedicus nach Chemnitz kam und hier mehrmals zum Bürgermeister gewählt wurde.

In Chemnitz schrieb er auch sein berühmtes Werk "De re metallica Libri XII". Postum 1556 in Basel erschienen, ist es ein Klassiker der Technikgeschichte, kulturgeschichtliches Denkmal der Renaissance und die erste umfassende Beschreibung von Bergbau und Hüttenwesen der Neuzeit.

"Vom Bergwerk 12 Bücher" war über Jahrhunderte die Standardliteratur für den Bergbau: Agricola hatte in Freiberg, im damals modernsten Bergbaurevier Europas geforscht und sich intensiv mit dem Montanwesen beschäftigt.

Das Bild zeigt Georgius Agricola auf dem 1940 entstandenen Gemälde des Münchners Karl Pindl - es hängt im Treppenaufgang zur Wandelhalle im Neuen Rathaus; im Alten Rathaus leitete Agricola zwischen 1546 und 1553 mehrmals als Bürgermeister die Stadt.

Außer seinen epochalen Schriften über Mineralogie und Geologie schrieb Agricola auch bedeutende Abhandlungen über Medizin, Maße, Gewichte und Münzen. Als Arzt, Philosoph, Wissenschaftler, Politiker und Pädagoge wird der Renaissancemensch Georgius Agricola in einem Zug mit Erasmus von Rotterdam, Martin Luther, Ulrich von Hutten und Philipp Melanchthon genannt.

24 Jahre verbrachte Agricola bis zu seinem Tode am 21. November 1555 in Chemnitz. Sein 500. Geburtstag wurde 1994 mit einem Festakt des Freistaates Sachsen in Chemnitz und mit einer großen Ausstellung würdig gefeiert.

An Georgius Agricola erinnern in Chemnitz eine Straße, eine Skulptur nahe seiner einstigen Wirkungsstätte, ein Relief am Alten Rathaus und das bereits erwähnte große Gemälde im Neuen Rathaus. Seit 1991 ist Agricola Namenspatron für das traditionsreiche Gymnasium am Platz der Opfer des Faschismus.

 

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