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Schneiden von Gehölzen und Fällen von Bäumen

Baumgruppe

Nach geltendem Naturschutzrecht ist es jährlich ab dem 1. März nicht zulässig, Bäume außerhalb des Waldes oder gewerbsmäßig betriebener Flächen (z. B. Obstplantagen) sowie Hecken, lebende Zäune, Gebüsche oder sonstige Gehölze zu fällen oder abzuschneiden. Diese Regelung dient dem allgemeinen Artenschutz. Damit soll sichergestellt werden, dass den wildlebenden Tieren genügend Lebensraum zum Verweilen, zur Fortpflanzung, zum Unterschlupf (Ruhe, Regeneration, Schutz vor Beutegreifern) aber auch als Futter und Nistmaterial zur Verfügung stehen. Gerade in der dicht besiedelten Stadt ist die Einhaltung dieser Artenschutzbestimmung wichtig, die nicht nur dem Schutz der wildlebenden Vogelarten, sondern auch dem Schutz von Insekten, Säugern, Amphibien und Reptilien dienen soll. Sie alle sind Bestandteil eines empfindlichen Ökosystems und als solche auch Glieder der Nahrungskette.

Demgegenüber können in der Zeit vom 1. Oktober bis 28. Februar Gehölze genehmigungsfrei geschnitten oder gefällt werden, sofern es sich nicht um höhlenreiche Einzelbäume (gesetzlich geschützte Biotope), Bäume in Schutzgebieten nach Naturschutzrecht oder Bäume handelt, auf denen sich Greifvogelnester (Horste) befinden.

Hiervon unberührt bleiben die Bestimmungen der Baumschutzsatzung der Stadt Chemnitz.

 

Es ist daher sinnvoll, z. B. die planmäßig anfallenden, regelmäßigen Gehölzschnittmaßnahmen zur Unterhaltung der Straßen, Wege, oder Leitungen der öffentlichen Ver- und Entsorgung oder das längst überfällige Herunterschneiden der Büsche im Privatgarten für den Herbst und Winter, also die Zeit vom 1.Oktober bis 28. Februar einzuplanen. Trotzdem kann es vorkommen, dass aufgrund eines extrem schneereichen Winters, unvorhersehbarer Ereignisse oder schwerwiegender persönlicher Gründe die eine oder andere wichtige Gehölzschnittmaßnahme/ Fällung nicht in der vom Gesetzgeber dafür vorgesehenen Zeit erfolgen konnte und sich diese auch nicht weiter aufschieben lässt. Hierfür wird die gesetzliche Möglichkeit der Befreiung vorgesehen. Diese kann nur im Ausnahmefall, beim Vorliegen bestimmter Voraussetzungen durch die untere Naturschutzbehörde mittels kostenpflichtigem Bescheid gewährt werden. Hierfür ist ein schriftlicher Antrag zu stellen. Die Antragstellung kann auch formlos erfolgen. Dabei sollten neben dem beabsichtigten Schnitt-/Fälltermin und einer Begründung der Erforderlichkeit sowie Kontakten (Adresse, Telefon-Nr., Fax.-Nr., E-Mail-Adresse) auch Anzahl, Art und Durchmesser oder der Stammumfang der zu fällenden Bäume, bei flächendeckenden Gehölzen die Größe der gehölzbestandenen Fläche angegeben werden. Des Weiteren darf eine Lageskizze oder ein Lageplan nicht fehlen. Vorher sollte jedoch genau überlegt werden, ob sich die beabsichtigte Maßnahme nicht doch bis zum nächsten Oktober verschieben lässt!

Darüber hinaus sind Maßnahmen, die der Abwendung realer unmittelbarer Gefahren dienen, wie die Gewährleistung der Verkehrssicherheit, von der Genehmigungspflicht freigestellt. Hierzu wird jedoch empfohlen, diese Fälle vor der Realisierung der Fällung/ des Schnittes zu dokumentieren (Foto und/ oder kurze Beurteilung/ Bestätigung durch Fachpersonal). Für den Fall, dass die Fällung von Dritten angezeigt wird oder berechtigte Zweifel an der Notwendigkeit bestehen, ist die Behörde zur Prüfung der Rechtmäßigkeit der Maßnahme verpflichtet. Hierbei sind die genannten Nachweise hilfreich.

Nicht unter Verbot steht der Rückschnitt des (jährlichen und damit unverholzten) Zuwachses bei Hecken, aber dies nur, wenn kein Vogel oder andere geschützte Arten in der Hecke nisten.

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