Wir bauen: Neubau der Kindertagesstätte "Fantasia"


Informationen zur Baumaßnahme

Die Heim gGmbH plante auf ihrem Grundstück in Chemnitz Altendorf den Neubau einer Kindertagesstätte mit einer Kapazität von 100 Plätzen, davon 24 Krippenplätze und 76 Kindergartenplätze. Im Laufe der Entwurfsplanung konnte die Kapazität auf 119 Plätze angehoben werden.

Mit Beschluss B-046/2018 des Stadtrates vom 07.03.2018 wurde die Planungsübernahme von der HeimgGmbH durch die Stadt Chemnitz sowie der Bau der Kindertageseinrichtungen Kita „Fantasia“ im Ortsteil Altendorf beschlossen.

Südwestlich vom geplanten Ersatzneubau Haus 3 sieht der Entwurf eine klassische Hangbebauung vor. Auf dem zur Verfügung stehenden Grundstück fällt das Gelände von Süd nach Nord ca. 2,50 m ab. Das zweigeschossige Gebäude schmiegt sich an die vorhandene Böschung und soll mit der runden Nordwand den gebogenen Geländeverlauf aufnehmen und einen fließender Übergang zwischen Innen und Außen schaffen. Der Baukörper hat eine trapezförmige Form und besitzt eine größere Nord-Süd- Ausdehnung. Somit ergeben sich große Belichtungsflächen nach Osten (Vormittagssonne) bzw. Westen und man gewinnt außerdem eine große Freispielfläche.

 

Das Grundstück liegt in der Gemarkung Chemnitz-Altendorf, Flurstück 269, 269a, 269c.
Angrenzend an das Grundstück befinden sich eine Kleingartenanlage und eine Einrichtung für behinderte Menschen.
Die Verkehrsanbindung stadtwärts erfolgt von der Straße „Am Heim“ aus an die nördlich verlaufende „Waldenburger Straße“ und von dort zur „Limbacher Straße“. Von der Straße „Am Heim“ führt eine Stichstraße zum Baugrundstück.

Die gesamte Baufeldgröße beträgt 6.200 m².

 

Die Stadt Chemnitz plant die Errichtung einer Kindertagesstätte mit 119 Plätzen am Standort Am Heim 15 in 09116 Chemnitz-Altendorf.

 

In der Einrichtung können bis zu 10 Plätze von Kindern besetzt werden, die einen sozialpädagogischen Förderbedarf benötigen (10 Integrativplätze). Insgesamt werden 6 Gruppen eingerichtet. Davon sind 2 Gruppen Kinderkrippe für Kinder von 0 bis 3 Jahren mit maximal 12 Kinder je Gruppe und 4 Gruppen Kindergarten

  • 30 Kinderkrippenplätze
  • 89 Kindergartenplätze

 

Der tortenstückförmige Baukörper wurde so geplant, dass der überwiegende Teil zur Warmwassergewinnung und Beheizung durch den Einsatz einer thermischen Solaranlage gewonnen wird.
 

Die Beauftragung für Bau- und Planungsrestleistungen sowie die Altlastensanierung auf dem Grundstück, erfolgte an den Generalunternehmer Krause & Co. GmbH am 20.03.2019.

 

Die bauvorbereitenden Arbeiten in Form von erforderlichen Baufeldfreimachungen sowie Beginn der Altlastensanierung starten am Standort ab April 2019. Ab Mai werden dann Erschließungsarbeiten sowie der Bau der Kindertageseinrichtung folgen. Der zweite Teil der Altlastensanierung sowie der Bau der Außenanlagen beginnen ab August 2019.
 

Das nicht unterkellerte Gebäude hat eine Grundfläche von ca. 520m² und gründet auf einer Stahlbetonbodenplatte. Die Wände werden in Kalksandstein errichtet, den oberen Gebäudeabschluss bildet eine Stahlbetondecke mit hochgezogener Attika und Bekiesung (Flachdachaufbau). Die Innenwände bestehen aus Kalksandstein oder aus Trockenbau. Alle massiven Wände erhalten einen Innenputz.

Es werden generell Unterhangdecken aus Gipskanon eingebaut. Die Nassräume, Küchenräume und Flure erhalten Bodenbeläge aus keramischen Fliesen oder Feinsteinzeug.

Alle anderen Räume erhalten Bodenbeläge aus PVC oder Linoleum. Auch in der Fassadengestaltung soll sich das Konzept Kindergarten wiederspiegeln. Unterschiedliche quadratische Fenstergrößen mit hervorgezogener farbiger Fensterleibung werden spielerisch und in verschiedenen Höhen in der Nordfassade und teilweise in der Ost- und Westfassade angeordnet. Ein wesentlicher Bestandteil der Fassadengestaltung sind die großen Kollektorflächen. Um eine höchstmögliche solare Deckungsrate zu erzielen, sind diese mit einer Neigung von 68° nach Süden und teilweise nach Osten/Westen fassadenintegriert ausgerichtet. Die Solarthermie Anlage erhält einen Pufferspeicher, der als Zylinder mit einem Durchmesser von ca. 5 Meter über die gesamte Gebäudehöhe bis über Dach im Gebäude eingeordnet ist.

Das Gebäude erhält eine Sanitärinstallation für Wasser, Warmwasser und Abwasser nach den derzeit gültigen Normen und Stand der Technik. Es gibt eine zentrale  Warmwasserbereitung und Verteilung mit Zirkulation.

Innenliegende Räume erhalten eine mechanische Be- und Entlüftung.

Die Gebäudeheizung wird als Fußbodenheizung ausgeführt.

Zur Unterstützung der Bereitstellung der Wärme für die Gebäudeheizung und die Warmwasserbereitung wird eine Solarthermie Anlage mit großem Wasser-Pufferspeicher installiert. Das Gebäude erhält eine GLT-Anlage.

 

Grundlage der räumlichen Bedingungen und der Ausstattung bildet die aktuelle Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales, Gesundheit, Jugend und Familie zu § 11 des Gesetzes zur Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen im Freistaat Sachsen und die Forderungen des Jugendamtes der Stadt Chemnitz.

Im vorliegenden Entwurf befindet sich die Kinderkrippe (0-3 Jahre) mit 2 Gruppen im Erdgeschoss. Der Kindergarten (3-6 Jahre) mit 4 Gruppen ist im Obergeschoß untergebracht. Jeder Gruppenbereich verfügt über 2 große Gruppenräume, einem eigenen Sanitär— und Garderobenbereich sowie einem Materiallagerraum. Im Krippenbereich sollte der große Gruppenraum noch mal unterteilt werden können. Der 2. große Gruppenraum stellt den geforderten separaten Schlafraum dar. Von den Gruppenräumen aus gelangen die Kinder beider Gruppen direkt in den eigenen Spielgarten.

Im Kindergartenbereich können die 2 großen Gruppenräume gemeinsam oder getrennt genutzt werden. In der Mittagszeit sollte beispielsweise ein Raum zum Essen dienen und der andere als Schlafraum flexibel genutzt werden können (aufstellbare Liegen).

Im Erdgeschoss befinden sich außerdem noch ein großer Mehrzweckraum mit dazugehörigem Geräteraum, ein Kindewagenraum, ein Personalumkleideraum mit WC und Putzmittellager, ein Hausanschlussraum und die Küche mit Lager und Nebeneingang für Anlieferung. Im Obergeschoss sind neben den 4 Gruppenbereichen noch Lagerräume, ein Büro für die Leiterin mit Besprechungsraum, ein EIternsprechzimmer, ein Behandlungszimmer und ein Raum für Außenspielgeräte mit Zugang zur Außenspielfläche untergebracht. Zentral gelegen im Foyer- bzw. Flurbereich befindet sich das Treppenhaus mit einem Aufzug.

 

Der Neubau ist durch eine mit Betonsteinpflaster befestigte Zufahrt erschlossen. Neben der Funktion zur Befahrung mit der Feuerwehr und dem Erreichen des Gebäude-Einganges (Obergeschoss) sind insgesamt 20 Pkw-Stellplätze ausgewiesen und mit Drainfugenpflaster befestigt. Am Zugangsbereich der Zufahrt wird eine Müllplatzeinhausung eingeordnet. Das Gelände wird mit einem neu gesetzten Stahlgitterzaun eingefriedet. Entlang der Stellplätze wird eine neue Formschnitthecke aus Hainbuchen angelegt. Um der Feuerwehr ein Wenden bzw. Rückstoßen zu ermöglichen, wurde zudem eine Flächen mit Rasengitterplatten ausgelegt. Der gesamte Zufahrtsbereich ist durch 4 Mastleuchten beleuchtet. Der Eingangsbereich hebt sich durch die Verlegung von andersfarbigen und –formatigen Betonsteinplatten deutlich von der Fahrspur ab. Die optische Trennung markiert den Übergang von Fahrzeugverkehr zum sensiblen, fußgängerintensiven Eingangsbereich mit wartenden Besuchern. Hier kann auf einer Bank Platz genommen und bis zu 10 Fahrräder an Anlehnbügeln abgestellt werden.

Der Eingang zum Bereich für Kinder unter 3 Jahren befindet sich höhenmäßig auf den Eingang zum Bereich über 3 Jahren ca. 3,10 Meter tiefer gelegen. Zur sicheren und bequemen Erreichung stehen den Besuchern zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Mit dem Kinderwagen kann der neue Parkweg genutzt werden. Dieser ist mit Betonsteinpflaster befestigt und bietet mit zwei Sitznischen Gelegenheit zum Ausruhen mit Blickbeziehungen in das Freigelände. Der Weg schmiegt sich entlang einem ehemaligen Schotterweg und führt mit möglichst sanfter Neigung bis zum Eingang des Erdgeschosses. Eine Kurze-Wege-Variatante dazu bietet eine zweiläufige Treppenanlage direkt am Geäude. Ziel ist die Verhinderung von zu viel Durchgangsverkehr innerhalb des Gebäudes.

Der Freibereich für die Kleinkinder gliedert sich aufgrund der vorgefundenen Geländesituation in zwei Höhenebenen. „Ebene 0“ wird durch die direkt am Gebäude gelegene Terrasse gebildet. Sie ist mit mit dem gleichen Material wie der Parkweg befestigt und bietet Platz für Sitzgruppen, Schirme1, Hochbeete oder sonstige Ausstattungen. Die ca. 1 Meter tiefer gelegene „Ebene -1“ kann über eine Stufenrampe oder eine Rampe (ca. 10,3 % Neigung) erreicht werden. Beide Steigungen gehen nahtlos in die kreisrunde Rollerbahn aus Asphaltbelag über, welche gleichezitig im Innenbereich Spielflächen mit Fallschutzsand und Spielsand einfasst. Hier finden sich die Spielgeräte: Spielhaus, Wasser- und Matschanlagen, Federwippe und Kleinkind-Schaukel. Insbesondere der Matschbereich ist mit einem Sonnensegel beschattet. In der freien Rasenflächen werden eine Musik-Spieltafel, kleine Sitzgelegenheiten aus Holz und Baum-/Strauchneupflanzungen eingeordnet. Angrenzend an die Rollerbahn wird eine Einstelleinhausung (2x2 m Grundfläche) aufgebaut. In Richtung Freianlagen der HeimgGmbH wird der Spielbereich mit einem Holzzaunes eingefriedet. Ein zweiflügeliges Tor mit einer Gesamtbreite von 2,40 m kann u.a. durch Pflegedienste genutzt werden. Der Übergang zum benachbarten Spielbereich der Kinder ab 3 Jahren wird aufgelockert gestaltet. Die Trennlinie wird durch großteils niedrige Strauchpflanzungen, Holzzaun und große Steine spielerisch gebildet. Ein zu gestümes Hineinrennen der größeren Kinder in den Kleinkindbereich ist damit nicht möglich, Blickbeziehungen und Begegnungen aber grundsätzlich jederzeit möglich (z.B. Übersteigen der großen Steine).

Der Freiraum für die älteren Kinder bietet mit drei räumlich und atmosphärisch sehr unterschiedlichen Bereichen spannungsvolle Abwechslung und vielfältige Nutzungsmöglichkeiten.
Direkt am Gebäude befindet sich die Terrasse. Sie ist mit Betonsteinplatten befahrbar befestigt. Ein leichtes Farbspiel aus drei unterschiedlich hellen Grautönen soll einerseits bei Sonneneinstrahlung eine zu grelle Blendwirkung verhindern und andererseits sich nicht zu sehr aufheizen. Hier finden bis zu 11 Sitzgruppen; Schirme2 sowie zwei Hochbeete Platz. In den Hochbeeten können z.B. Kräuter und Gemüse gezogen werden.

Unmittelbar angrenzend geht die Terrasse mittels sanft gewölbter Kleinpflastermodellierungen in zwei Spielbereich über. Im Süden befindet sich ein Wasser- und Matschspielbereich mit Spielsand und Sonnensegel, während östlich vom Gebäude eine große Turm-Spielanlage in Fallschutzkies eingebaut wird.

Der zweite Freibereich im Osten wird dagegen sehr von den zahlreichen Laubbäumen im Bestand geprägt. Im Gegensatz zur hellen offenen Terrassen-Wasser-Kletter-Landschaft finden die Kinder hier angenehmen natürlichen Schatten, ausreichend Platz für raumgreifende Spiele aber auch zahlreiche Rückzugsorte. Aufgrund der bereits vorhandenen Raumqualität und zur Vermeidung unverhältnismäßiger Beeinträchtigungen der Bäume wurden die freiraum-planerischen Eingriffe daher auf ein Minimum beschränkt. Als Ergänzung wird eine Rollerbahn aus Asphalt eingeordnet. Ihr Verlauf orentiert sich an einem im Bestand vorgefundenen Schotterweg sowie formal angeordneten Strauchpflanzungen. Die Sträucher werden als bestehende, spannungsvolle Raumteiler ins Gesamtkonzept integriert und nur stellenweise zur Durchquerung geöffnet.

Der dritte Spielbereich wird im Besonderen durch die Böschung im nordöstlichen Teil der Gesamtanlage geprägt. Vergleichbar zum Kleinkindbereich wird eine tiefergelegene Ebene nutzbar gestaltet. Der Höhenunterschied beträgt hier abschnittsweise bis zu 3 m und wird gestalterisch gezielt eingebunden und größtmöglich bespielbar gemacht. Die Böschungsflächen hin zum Gebäude und zur Terrasse U3 werden großflächig mit dichten Kleinsträuchern bepflanzt. Neben der natürlichen Böschungssicherung durch eine intensive Durchwurzelung schließen diese Pflanzflächen durch ihr Volumen ein Betreten der Kinder aus. Ein stürmisches Hineinrennen in die Böschung ist so nicht möglich. Um diese Funktion nachhaltig erfüllen zu können müssen diese Pflanzflächen aber zumindest während ihrer Anwachsphase (2 Jahre) gegen zu frühes Betreten abgesichert werden (z.B. durch temporäre Absperrung mit Warnband). Die Kleinstrauchpflanzung wird von einem schmalen Pfad durchzogen, welcher mit Holzhackschnitzeln ausgelegt ist. Hier können die Kinder bis zur unteren Ebene gelangen. Unten angelangt führ der Pfad zu einer Nestschaukel. Eine zweite Möglichkeit die Böschung zu bespielen bietet eine offene Hangrutsche. Die seitlichen Sicherheitsräume (je 1,50 Meter) werden, unter Absprache mit der Kitaleitung, versuchsweise mit bodendeckenden Pflanzen versehen. Diese sollen Bodenerosion verhindern und gleichzeitig die Kinder (mit Unterstützung der Aufsichtspersonen) vom Betreten fernhalten. Reizvolle Aufstiegsmöglichkeiten bietet der benachbarte Kletteraufstieg mit Hölzern, Steinen und Seilen. Wieder oben angekommen können die Kinder gemeinsam in einer Sechser-Wippe mit Plattform toben.
 

Die Baugrunduntersuchungen ergaben, dass sich im Baufeld eine frühere Lagerfläche für Abfälle angrenzender Industrie befindet. Die Altlasten werden in enger Zusammenarbeitet mit dem Umweltamt, der Landesdirektion Sachsen sowie der ARTEC GmbH durch die ausführende Baufirma gemäß Sanierungskonzept saniert, und der Boden ausgetauscht.

Diese Maßnahme wird durch die Landesdirektion Sachsen über das EFRE-Förderprogramm gefördert.
 

Zeitplan

Projektbeginn: Dezember  2017
Baubeginn: April 2019
vorauss. Bauende: Mai 2020
Projektende: Juni 2020

 

Finanzierung

Gesamtbudget 5.651.000,00 Euro
Fördermittel ca. 498.000,00 Euro für Altlastensanierung über EFRE
ca. 821.500,00 Euro über KSV (beantragt)
Stadt - Eigenanteil ca. 4.300.000,00 Euro

 

Beteiligte Unternehmen

Bauherr:

Stadt Chemnitz Gebäudemanagement und Hochbau
Friedensplatz 1 | 09111 Chemnitz | gmh@stadt-chemnitz.de

 


Planung:

Architekt:
Höhn & Fischer
Hübschmannstraße 23 | 09112 Chemnitz | post@hoehn-fischer.de

Außenanlage:
Stefan Leiste, sLandArt
Dresdner Straße 38a | 09130 Chemnitz | mail@slandart.com

Objektüberwachung:
Dipl.-Ing. Dietmar Hunger
Mittelstraße 4 | 09465 Sehmatal-Cranzahl | post@bupdh.de

Tragwerk- und Fachplanung:
C&E Consulting und Engineering GmbH
Jagdschänkenstraße | 52 09117 Chemnitz | info@cue.gmbh

Baugrund:
artec GmbH-Umweltpraxis GmbH
Fabrikgasse 2 | 08294 Lößnitz | info@artec-up.de

Bauausführung:

Krause & Co. Hoch-, Tief- und Anlagenbau GmbH
Klaffenbacher Straße 5 | 09221 Neukirchen
krause-adorf@krauseundco.de


Gefördert durch das BFSFJ und das Staatsministerium für Kultus
EFRE-gefördertes Projekt
Förderung durch die Europäische Union und der Freistaat Sachsen