Wir bauen: Neubau der Kindertagesstätte Schloßstraße


Informationen zur Baumaßnahme

Das Grundstück für die geplante Kindertagesstätte liegt nördlich des Chemnitzer Stadtzentrums am Rand des Brückenparks, der sich als Grünzone zwischen dem Flusslauf Chemnitz bis zum Schlossteich erstreckt. Es ist an das Stadtzentrum über die Brückenstraße und Chemnitzbrücke fußläufig gut angebunden. Mit dem Auto ist die Schloßstraße über die Chemnitzbrücken der Georg- und Hartmannstraße erreichbar. Die Schloßstraße soll zukünftig zwischen der Theunertstraße und der Schloßteich-Sporthalle rückgebaut und der Brückenparkgrünzug durchgängig gestaltet werden.

Die Erschließung erfolgt von der Schloßstraße auf einen Vorplatz mit Parkflächen für Eltern, Personal und Besucher (inkl. Behindertenparkplatz). Auch die Anlieferung für die Küche ist über diese Zufahrtszone geplant. Das Grundstück ist frei von oberirdischer Bebauung und mit Rasen begrünt. Vorgängerbauwerke waren gemäß historischer Plangrundlagen vorhanden. Es ist davon auszugehen, dass alte Gründungsbauwerke unterhalb der Geländeoberkante noch vorhanden sind und in Teilen beseitigt werden müssen. Bäume sind nur in geringer Anzahl vorhanden und sollen nach örtlichen Gegebenheiten erhalten bleiben. Entlang der Chemnitz verläuft eine Fernwärmetrasse in offener Verrohrung über das Grundstück. Hierfür ist für Teilflächen eine begehbare Abdeckung vorgesehen, um ausreichende und zusammenhängende Freiflächen für den Spielbereich zu erhalten.

Die Ver- und Entsorgungsmedien für Wasser/Abwasser, Elektro und Meldeanlagen werden im Zuge der Baumaßnahme auf dem Grundstück neu verlegt. Die Anbindungen erfolgen an das Leitungsnetz der Schloßstraße.

Für die Beheizung des Gebäudes ist der Anschluss an die Fernwärmeversorgung vorgesehen. Für das Gesamtgebäude werden sowohl die Mindestanforderungen der aktuellen EnEV 09/2016 erfüllt, als auch die erhöhten Anforderungen gemäß den städtischen Zielstellungen umgesetzt. Die Freianlagen sehen Spielbereiche und Spielgeräte für die Krippenkinder und die Kindergartenkinder vor. Die Vegetationsflächen werden mit Raseneinsaat und Bepflanzungen neu gestaltet.
 

Die Kindertagesstätte wird komplett barrierefrei ausgestattet. Die Forderungen der DIN 18040 Teil 1 werden vollumfänglich baulich umgesetzt.
 

Der zweigeschossige Neubau kann zukünftig von 150 Kindern Kindergartenkindern in insgesamt 10 Gruppen besucht werden. Hierfür werden im EG vier Gruppenräume für die Kinderkrippe (unter 3 Jahren) mit 50 Plätzen, davon 6 Plätze für Kinder mit Behinderung und im OG sechs Gruppenräume für bis zu 100 Kindergartenkindern (über 3 Jahren) hergestellt.

Die Unterbringung und Betreuung der Kinder erfolgt in der Zeit zwischen ca. 6:00 Uhr und 18:00 Uhr. Außerhalb der Öffnungszeiten finden ggf. Elternabende, Beratungen und Fortbildungen mit Eltern und Mitarbeitern statt. An den Wochenenden bleibt die Einrichtung in der Regel geschlossen. Eine etwaige Nutzung als Versammlungsstätte ist nicht geplant.

Die Essenszubereitung findet in einer Kochküche im EG statt. Die Küche erhält eine Standardausstattung, die für jede Verpflegungsform nutzbar ist. Für das Essen ist ein Kinderrestaurant mit zusätzlicher Kinderküche vorgesehen. Das Gebäude verfügt zur barrierefreien Erschließung über einen Personenaufzug. Für die Betreuungsarbeit stehen darüber hinaus Räume für Werken, Kreativ, Therapie und Snoezeln zur Verfügung.

Für je zwei Gruppenräume wird eine gemeinsame Sanitäranlage errichtet, die direkt aus den Gruppenräumen und den Spielfluren zugänglich ist. Sowohl für Erwachsene, als auch für Kinder, die auf die Nutzung eines Rollstuhls angewiesen sind, stehen bedienungsfreundliche Sanitäranlagen zur Verfügung.
 

Der Neubau wird als zweigeschossiger Baukörper mit Flachdach auf rechteckigem Grundriss rechtwinkelig zur Schloßstraße errichtet. Die Außenkante des Neubaus liegt im Abstand von ca. 2 m zur straßenseitigen Grundstücksgrenze. Zu den weiteren Grundstücksgrenzen weist der Baukörper mindestens die bauordnungsrechtlichen Abstandsflächen auf, sodass insgesamt eine offene Bauweise entsteht. Der Zugang und die Zufahrt zum Grundstück erfolgt von der Schloßstraße aus. Der Standort wird als Bestandteil des Grünraums entlang der Chemnitz mit Erweiterung bis zum Schlossteichareal aufgefasst. Dem Wesen nach handelt es sich folglich um einen innerstädtischen Grünzug, der durch den Kita-Neubau mit einem Solitärbau besetzt wird. Der Entwurf ergänzt in dieser städtebaulichen Auffassung hierbei den frei stehenden Baukörper der bestehenden Sporthalle am Schlossteich.

Wie der vorhandene Sporthallenbaukörper, so wird auch der Neubau der Kindertageseinrichtung als kompakter, flacher zweigeschossiger Baukörper angelegt und in der Fassadengestaltung geschossweise gegliedert. Helle Putzfassaden dominieren das Obergeschoss und greifen die Materialität der unmittelbar angrenzenden Nachbargebäude auf. Im Erdgeschoss bestimmt der natürliche Werkstoff Holz die Oberflächenmaterialität und weist auf die Lage im Grünraum hin. Grüne Fassadenflächen aus Faserzementplatten zitieren die Farbgebung der Sporthalle und generieren einen Ensemblecharakter mit öffentlichen Bauten. Der Geländeverlauf wird im Anschlussbereich des Gebäudes an das Erdgeschossniveau herangeführt, sodass schwellenfreie Übergänge entstehen, oder der Übergang mit flachen Rampen ausgeglichen wird.

Insgesamt fügt sich der Neubau in Art und Maß der baulichen Nutzung und in seiner baukörperlicharchitektonischen Ausprägung in den vorhandenen städtischen Kontext schlüssig ein und lässt in seiner Funktion als öffentliche Betreuungseinrichtung einen örtlichen und gesellschaftlichen Mehrwert erwarten.
 

Geplant ist ein zweigeschossiges Gebäude ohne Unterkellerung mit Flachdach. Der schadstoffbelastete und nicht tragfähige Baugrund wird gemäß den Anforderungen aus dem Baugrundgutachten und Gründungsstatik ausgetauscht. Die Gesamtabmessungen des Neubaus betragen ca. 59,80m x 21,15m. Die Anordnung des Gebäudes erfolgt freistehend und mit der Stirnseite zur öffentlichen Straße hin. Der Baukörper wird ca. 2,00m von der Grundstücksgrenze der Schloßstraße zurückversetzt platziert. Nachbargebäude sind mehr als 5m von der Fassade entfernt. Von einem erhöhten Brandüberschlagsrisiko ist folglich nicht auszugehen. Die geplante Oberkante des Erdgeschossbodens liegt bei +294,45m HN und sichert nach den aktuellen Hochwasserpegeln gegen den Extremfall HQ 300. Die angrenzende Fläche des Gehweges liegt im Bereich der geplanten Zufahrt bei einer Höhe von ca. 293,26m HN. Die Gebäudehöhe (Attika) liegt bei ca. 7,90m. Die Höhe der obersten Aufenthaltsräume liegt bei ca. 3,52m über Erdgeschossboden. Die Bruttogrundfläche des Baukörpers betragt 1.652 m². Es sind zwei innere Treppenhäuser und eine Außentreppe vorgesehen.

Anlagen der Gebäudeversorgungstechnik kommen im EG und OG des Gebäudes zur Aufstellung.

Die Dachfläche (Flachdach mit Gefälledämmung) erhält oberhalb der Foliendichtung eine Bekiesung. Es sollen zudem Anlagen zur Photovoltaik zur Aufstellung kommen. Das Gelände steigt von der Schloßstraße her in südöstlicher Richtung auf ca. 40 m Strecke von ca. 293,26m HN auf ca. 295,18m HN an. Gemäß Bodenuntersuchungen ist mit einem Austausch von schadstoffhaltigen Auffüllungen zu rechnen. Zudem muss mit alten Fundamentierungen früherer Baukörper gerechnet werden. Die Höheneinordnung des Erdgeschossfußbodens liegt mit 294,45m HN deutlich über dem aktuellen HQ 100 mit 294,14m HN (294,3m NHN) und dem HQ 300 mit 294,34m HN (294,50m NHN). Drückendes Grundwasser steht im Bereich der Gründungen nicht an.

Es kommt eine Ringdrainage mit zusätzlichen Entlastungsleitungen unter der Bodenplatte zur Ausführung. Die Gebäudeabdichtung erfolgt in diesem Zusammenhang nur gegen Erdfeuchte und nicht drückendes Wasser.
 

Holz ist das gestaltgebende Material der Fassade und der Konstruktion. Sein Erscheinungsbild und die haptischen Oberflächen unterstreichen den natürlichen und nachhaltigen Charakter des Gebäudes. Die hellen Fassadenoberflächen im Obergeschoss heben die Modernität der Einrichtung hervor und die locker verteilten wiesengrünen Wandflächen spiegeln das Grün der Umgebung wieder. Lasierte Holzleisten mit leichter Pigmentierung und UV-Schutz sind in enger und senkrechter Anordnung vorgesehen und geben der Fassade eine ebenso robuste wie dauerhafte Qualität.

Die Fassaden der Gruppenräume werden durch großzügige Verglasungen gegliedert. Die großen Fensterflächen lassen viel Tageslicht in die Räume. Der außenliegende Sonnenschutz schützt hingegen wirksam vor zu viel direkter Sonneneinstrahlung. Die großen Fenster ermöglichen auch für kleine Kinder Ausblicke ins Freie. Die niedrigen Fensterbrüstungen sind mit Fensterbänken versehen und somit auch zum Sitzen oder Spielen geeignet.
 

Mit dem Beschluss B-39/2016 wurde die Umsetzung für „Kunst am Bau“ festgelegt. Hierfür kann auf den Bestand der Stadtverwaltung Chemnitz zurückgegriffen werden. Nach Abstimmung mit allen Beteiligten wir dafür eine Plastik aus Bronze (spielende Kinder) von Johann Belz im Außenbereich der Kindertagesstätte aufgestellt bzw. eingeordnet.
 

Zeitplan

Projektbeginn: Mai 2016
Baubeginn: November 2018
vorauss. Bauende: August 2020
Projektende: November 2020

 

Finanzierung

   
Gesamtbudget 5.160.240,00 Euro
Fördermittel 3.750.000,00 Euro
Stadt - Eigenanteil 1.410.240,00 Euro

 

Beteiligte Unternehmen

Bauherr:

Stadt Chemnitz Gebäudemanagement und Hochbau
Friedensplatz 1 | 09111 Chemnitz | gmh@stadt-chemnitz.de

 


Planung:

Architekt:
KKS Architektur + Gestaltung Klinkenbusch - Kunze - Seidel
Louisenstraße 9 | 01099 Dresden | post@kks-architektur.de

Tragwerksplanung:
Bochmann Langenstrass Ingenieure
Adelsbergstraße 310 | 09127 Chemnitz | Tel.: 0371 7711194

Elektrotechnik:
Fleischer & Partner Elektroplanung GmbH
Poststraße 18 | 08209 Auerbach | info@fup-auerbach.de

Heizung/Sanitär/Lüftung:
Ingenieurbüro BBS GmbH
Hofer Straße 78 | 09224 Chemnitz | info@ing-buero-bbs.de

Außenanlagen:
Pfeiffer Landschaftsarchitektur
Lichtenauer Straße 48 | 09131 Chemnitz | post@pfeiffer-LA.de
 

Bauausführung:

noch in der Ausschreibungsphase