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Geflügelpest -"Vogelgrippe"

November 2016: Aktuelle Situation und Allgemeinverfügung

Ausbruch der hochpathogenen Aviären Influenza Subtyp H5N8 bei einem Wildvogel im Landkreis Leipzig

Am 12. November 2016 wurde in amtlichen Proben verendeter Wildvögel im Landkreis Leipzig das Virus der hochpathogenen aviären Influenza (Geflügelpest) des Subtyps H5N8 durch das nationale Referenzlabor am Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit  nachgewiesen. Eine weitere Verbreitung durch Wildvögel insbesondere auch durch aasfressende sowie infizierte aber nicht erkrankte Wildvögel, auch über Kreisgrenzen hinaus, ist sehr wahrscheinlich.

Um zu verhindern, dass es durch infizierte Wildvögel zu einer Einschleppung des Krankheitserregers in die Haus- und Nutzgeflügelbestände des Freistaates Sachsen kommt, hat die Landesdirektion Sachsen am 14. November 2016 ein landesweites Aufstallungsgebot von gehaltenen Vögeln zum Schutz gegen die Geflügelpest verfügt.

Demnach dürfen ab sofort im gesamten Gebiet des Freistaates Sachsen Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten oder Gänse (Geflügel) sowie in Gefangenschaft gehaltene Vögel anderer Arten ausschließlich in geschlossenen Ställen oder unter einer Vorrichtung, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung und mit einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenbegrenzung bestehen muss (Schutzvorrichtung), gehalten werden.

Allgemeinverfügung der Landesdirektion Sachsen

Landesdirektion Sachsen
 

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat am 18. November 2016 eine Verordnung über besondere Schutzmaßregeln in kleinen Geflügelhaltungen erlassen:

Verordnung über besondere Schutzmaßregeln in kleinen Geflügelhaltungen

Die Stadt Chemnitz bittet die Bevölkerung um Mitteilung (Tel. 0371 - 488 3901), sollten vermehrt Wildvögel tot aufgefunden werden. Bisher sind keine Fälle von HPAI-Virus(H5N8)-Infektionen beim Menschen bekannt. Geflügelfleisch und Geflügelerzeugnisse können unbedenklich verzehrt werden. Auf die Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln im Umgang mit und bei der Zubereitung von rohem Geflügelfleisch und Geflügelprodukten sollte grundsätzlich geachtet werden. Vorsorglich ist darauf zu achten, den direkten Kontakt von Personen und Haustieren zu toten oder kranken Wildvögeln zu vermeiden.

Weitere Informationen zur Aviären Influenza finden Sie hier:

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Friedrich-Löffler-Institut

Bundesinstiut für Risikobewertung

Bei Rückfragen können Sie sich gern an das Lebensmittelüberwachungs und Veterinäramt der Stadt Chemnitz wenden (Tel. 0371 488-3901).

 

 

Hintergrund und Auswirkungen

Seit Anfang November sind zahlreiche Wildvögel, überwiegend Reiherenten, im nördlichen und südwestlichen Teil der Bundesrepublik Deutschland (Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Baden Württemberg und Bodenseeregion Bayern) aufgrund einer Infektion mit dem Virus der hochpathogenen aviären Influenza (HPAI) Subtyp H5N8 verendet.

Auch in den angrenzenden Ländern Polen (Nordwesten), Österreich und der Schweiz (Raum Bodensee) ist derzeit ein auffälliges Wasservogelsterben. Betroffen sind auch dort überwiegend Reiherenten, außerdem Möwen und Große Brachvögel. Pathologische und virologische Untersuchungen einiger Totfunde bestätigten hier ebenfalls das Vorliegen einer Infektion mit dem aviären Influenzavirus vom Subtyp H5N8.

Im Freistaat Sachsen wurde am 12. November 2016 im Landkreis Leipzig das Virus der hochpathogenen aviären Influenza (Geflügelpest) des Subtyps H5N8  bei tot aufgefundenen Wildvögeln nachgewiesen.

Das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt der Stadt Chemnitz fordert, die Anforderungen der Tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung über die Anordnung der Aufstallung von gehaltenen Vögeln zum Schutz gegen die Geflügelpest im Freistaat Sachsen dringend und konsequent umzusetzen, um einen Eintrag des Virus in unsere Haus- und Nutzgeflügelbestände bestmöglich vorzubeugen und schnell zu erkennen.

Treten innerhalb von 24 Stunden in einem Geflügelbestand Verluste von mindestens 3% der Tiere bei einer Bestandsgröße von bis zu 100 Tieren oder mehr als 2% der Tiere des Bestandes bei einer Bestandsgröße von mehr als 100 Tieren auf oder kommt es zu einer erheblichen Veränderung der Legeleistung oder der Gewichtszunahme, so hat der Tierhalter unverzüglich den Bestand durch einen Tierarzt untersuchen zu lassen.

Darüber hinaus bittet das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt der Stadt Chemnitz die Bevölkerung um Mitteilung (Tel. 0371 - 488 3901), sollten vermehrt Wildvögel tot aufgefunden werden.

Bisher sind keine Fälle von HPAI-Virus(H5N8)-Infektionen beim Menschen bekannt. Geflügelfleisch und Geflügelerzeugnisse können unbedenklich verzehrt werden. Auf die Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln im Umgang mit und bei der Zubereitung von rohem Geflügelfleisch und Geflügelprodukten sollte grundsätzlich geachtet werden. Vorsorglich ist darauf zu achten, den direkten Kontakt von Personen und Haustieren zu toten oder kranken Wildvögeln zu vermeiden.
 

 

Allgemeine Hinweise für Tierhalter

Seit Beginn des Jahres 2004 breitet sich die für Geflügel und Vögel hochgradig ansteckende Klassische Geflügelpest, auch „Vogelgrippe“ genannt, in Südostasien und Europa aus.

Zur Verhinderung des Viruseintrages in die heimischen Geflügelbestände (Hobby /Kleinsthaltungen, kommerzielle Haltungen) müssen die Tierhalter folgende Schutzmaßnahmen eigenverantwortlich einhalten:

  • Zukäufe von Geflügel nur aus bekannten, nachweislich gesunden Beständen,
  • tägliche Gesundheitskontrolle im Geflügelbestand und Abklärung von Verlusten oder anderer Krankheitsanzeichen unter Hinzuziehung des Tierarztes,
  • Zutrittsverbote für betriebsfremde Personen,
  • die Tiere dürfen nur an Stellen gefüttert werden, die für Wildvögel nicht zugänglich sind,
  • die Tiere dürfen nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem Wildvögel Zugang haben,
  • Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen Geflügel in Berührung kommen kann, ist für Wildvögel unzugänglich aufzubewahren.

Verpflichtung der Geflügelhalter

Am 03. September 2005 wurde die Verordnung über Untersuchungen auf die Klassische Geflügelpest (Bundesanzeiger Nr. 167, Seite 13345) veröffentlicht. Sie verpflichtet in § 2 die Geflügelhalter, die

  • mehr als 100 Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten oder Gänse oder
  • Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten oder Gänse gewerbsmäßig

zur Zucht nicht ausschließlich in geschlossenen Ställen halten, zur

serologischen Untersuchung der Tiere

des Bestandes auf das Influenza A Virus der Subtypen H 5 und H 7 im Zeitraum vom 15. Oktober bis 15. Dezember 2005.

Die Untersuchungen sind

  • bei Hühnern, Truthühnern, Rebhühnern, Perlhühnern, Fasanen, Laufvögeln und Wachteln jeweils an Proben von 10 Tieren je Bestand und
  • bei Gänsen und Enten jeweils an Proben von 15 Tieren je Bestand durchzuführen.

Die betroffenen Tierhalter werden hiermit aufgefordert, die serologischen Untersuchungen im erforderlichen Umfang vom betreuenden Tierarzt (Liste der Tierärzte in Chemnitz) vornehmen zu lassen.

Ein Verstoß gegen die Untersuchungspflicht stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Zudem wird auf die Anzeigepflicht nach der Viehverkehrsverordnung für Betriebe hingewiesen, die Hühner, Truthühner, Enten, Gänse, Fasane, Perlhühner, Rebhühner, Tauben und Wachteln halten, unabhängig von deren Bestandsgröße.

Danach hat der Tierhalter spätestens bei Beginn der Tätigkeit seinen Betrieb unter Angabe seines Namens, seiner Anschrift und der Anzahl der im Jahresdurchschnitt gehaltenen Tiere, ihrer Nutzungsart und ihres Standortes dem Lebensmittelüberwachungs und Veterinäramt der Stadt Chemnitz anzuzeigen.


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Düsseldorfer Platz 1 (Bürgerhaus am Wall)
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Tel.: 0371 488-3901
Fax: 0371 488-3999
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