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Chemnitz bewirbt sich als „Kulturhauptstadt Europas 2025“

Eine Idee zur Diskussion:  Chemnitz Europäische Kulturhauptstadt 2025 / Foto: Dirk Hanus

Chemnitz will Kulturhauptstadt werden: Der Chemnitzer Stadtrat hat in seiner Sitzung am 25. Januar 2017 Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig beauftragt, eine Bewerbung von Chemnitz um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“ vorzubereiten. Die Leitung des Projekts übernimmt Ferenc Csák, Leiter des Kulturbetriebs der Stadt Chemnitz. Mit seinem Beschluss bestätigte der Stadtrat für die Jahre 2017 bis 2020 Haushaltsmittel für die Erarbeitung der Bewerbung in Höhe von insgesamt 1,2 Millionen Euro sowie die notwendigen Sachkosten.

Die mit der Bewerbung verbundenen strategischen Gedanken zur Entwicklung der Stadt reichen weit über das Jahr 2025 hinaus. Davon werden in erster Linie die Menschen in Chemnitz und die Chemnitzer Unternehmen profitieren, aber auch die künftigen Besucher. 

Pressemitteilung vom 25. Januar 2017
 

 

Kreative wollen Kulturhauptstadt

Zur möglichen Bewerbung als Kulturhauptstadt 2025 melden sich auch Vertreter der kreativen Kulturszene der Stadt mit einem klaren Votum zu Wort: Chemnitz soll gewinnen. Das finden die Protagonisten der Chemnitzer Subkultur. Darum unterstützen 54 Szene-Initiativen sowie Kunst- und Kulturvereine die Bewerbung der Stadt um den Titel. Dahinter stehen fast 1400 Engagierte, die Chemnitz bereits seit Jahren mit viel Kreativität, Leidenschaft und großem - oft ehrenamtlichen - Einsatz zu einem interessanten, lebendigen und spannenden Ort machen.
Als Insider wissen sie am besten um die kulturelle Vielfalt der Stadt. Sie alle sind überzeugt: Chemnitz will und kann gewinnen. Die Liste der kreativen Befürworter reicht von A wie »aaltra« bis W wie »Wolkenkuckucksheim«.

Erklärung der freien Chemnitzer Kulturszene und Unterstützer
 

 

Debattentag zur Kulturhauptstadt mit positiver Resonanz und ersten Ideen

Debattentag Kristinschmidt

Im Kleinen Saal der Stadthalle trafen sich am 11. Januar viele Interessierte um über eine mögliche Bewerbung von Chemnitz als Kulturhauptstadt 2025 zu debattieren. In einer regen Diskussion wurden hauptsächlich positive Wortmeldungen auf die Grundidee der Bewerbung geäußert. Die mögliche Bewerbung wird Thema zur nächsten Stadtratssitzung am 25. Januar sein.

 

Podiumsdiskussion: Kulturhauptstadt 2025 – Alles möglich?!

Dienstag, 13. Dezember 2016, 18 Uhr, Stadtbad Chemnitz

 

Am 13. Dezember 2016 hat im Stadtbad Chemnitz ein Podiumsgespräch stattgefunden. Die Chemnitzer waren dazu eingeladen, sich über das Potential einer Bewerbung der Stadt um den Titel "Kulturhauptstadt Europas 2025" zu informieren. Die Wahl des Ortes war kein Zufall. 1925 hatte der damalige Stadtbaudirektor Fred Otto eine Vision von einer modernen Stadt und entwarf das Bad im Bauhausstil. Das preisgekrönte Architektur- und Kulturdenkmal hat dem Wandel der Stadt in den letzten fast 100 Jahren getrotzt und inspiriert nun zu neuen Visionen: Chemnitz – Kulturhauptstadt Europas 2025. Am Gespräch im Stadtbad nahmen Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig, Generalintendant der Theater Chemnitz, Dr. Christoph Dittrich, Kulturbetriebsleiter Ferenc Csák sowie Dr. Simona Neumann, Generaldirektorin der Gesellschaft Temeswar 2021 und Jiří Suchánek, Generaldirektor der Gesellschaft Pilsen 2015 teil. In zwei lebhaften Vorträgen haben die Gäste aus Rumänien und der Tschechischen Republik ihre Erfahrungen an das Publikum weitergegeben, über Kosten aufgeklärt und gezeigt, wie sie es geschafft haben, die Bürger ihrer Städte und die Jury von sich zu überzeugen. Die Podiumsteilnehmer haben viele Fragen beantwortet.

 

"Chemnitz kann eine faszinierende Kulturhauptstadt sein"

Kulturbetriebsleiter Ferenc Csák, Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig und Theater-Intendant Dr. Christoph Dittrich präsentierten die Idee im Chemnitzer Rathaus / Foto: Harry Härtel Bild vergrößern

„Die Spannung zwischen Identität und Veränderung ist ein zentrales europäisches Thema. Ich bin überzeugt, dass Chemnitz eine starke, faszinierende Kulturhauptstadt sein kann“, so Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig. „Und deshalb haben wir den Mut und das Selbstbewusstsein, die Idee, Kulturhauptstadt werden zu wollen, nun auf die Tagesordnung zu setzen. Chemnitz steht in Vielem exemplarisch für die Gegenwart und Zukunft Europas.

Unsere Stadt hat in der Vergangenheit Brüche erlebt, tiefgreifende Veränderungen, aber wir haben sie gemeistert. Das prägt uns und macht Chemnitz zu dem, was es heute ist. Wir haben keine Angst vor Neuem, sondern sind, manchmal zwangsläufig, Experimentierfeld. Und gerade jetzt geht es um Identität, Zugehörigkeit und Umgang mit Veränderung. Das haben wir vielfach und sogar sprichwörtlich mit unserem Stadtnamen erlebt. Veränderung gehört so sehr  zum Lebensnerv von Chemnitz wie in keiner anderen deutschen Stadt. Und wir freuen uns darauf, entdeckt zu werden und zu überraschen.“

„Kultur ist viel mehr als Kunst. Sport gehört zum Beispiel dazu, Körperkultur, Essen, Mode, Kleingärten, Wissenschaft, Technik, Popkultur und noch so viel mehr“, meint Intendant Dr. Christoph Dittrich. „Kultur, das sind die Rituale unseres Alltags, die wir an unsere Kinder weitergeben. Wenn es uns gelingt, aus all diesen Bereichen die Experten in unserer Stadt zu finden, mit ihnen gemeinsam an der Bewerbung zu arbeiten, dann haben wir eine wunderbare Schnittmenge aus allem, was uns ausmacht. Und wir haben zusammen eine Geschichte zu erzählen, die für Besucher aus ganz Europa spannend ist.“

„Kulturhauptstadt wird man nur gemeinsam“, sagt Ferenc Csák, der 2010 die erfolgreiche Kulturhauptstadt-Bewerbung in Ungarn verantwortete. „Derzeit ist der absolut richtige Zeitpunkt, ein solches Vorhaben zu starten. Wichtig ist, eine Idee zu entwickeln, die das Besondere unserer Stadt als Teil Europas zeigt. Das Programm im Kulturhauptstadtjahr soll europaweit Anziehungskraft entfalten, Menschen neugierig machen auf Chemnitz und zugleich dem Zusammenwirken von Kultur, Bildung und Stadtentwicklung eine neue Qualität verleihen. Entscheidend ist, dass die Ideen nachhaltige Wirkung entfalten. Mindestens genauso wichtig wie das Veranstaltungsprogramm ist der gemeinsame Bewerbungsprozess und das, was nach 2025 bleibt.“

 

 

Was ist das Besondere an einer Kulturhauptstadt Europas?

Die „Europäische Kulturhauptstadt“ genießt eine einmalige Aufmerksamkeit in Europa. Wer Kulturhauptstadt werden möchte, muss mehr bieten als eine Reihe von Veranstaltungen oder klassisch-schöner Architektur: Es geht darum, die Besonderheiten und Stärken der Stadt zu zeigen und daraus ein Programm zu entwickeln, das die europäische Idee fördert, das Zusammengehörigkeitsgefühl der Bürger stärkt und Treiber für die breite Kultur und eine nachhaltige Stadtentwicklung ist. Kulturhauptstädte finden Antworten auf Fragen und Probleme, die sich heute und morgen für viele europäische Städte stellen.

Bleibende Erfolge bisheriger Kulturhauptstädten Europas waren zum Beispiel die Entwicklung brach liegender Areale, umgenutzte Infrastruktur, neue Kulturformate und -kooperationen, steigende Gäste- und Übernachtungszahlen, gewachsene Bekanntheit, ein verändertes Image sowie eine buntere und belebtere Stadt.

 

 

Wie funktioniert die Bewerbung?

Der Titel "Kulturhauptstadt Europas" wird seit 1985 kontinuierlich jeweils für ein Jahr verliehen. Die Europäische Kulturhauptstadt 2025 wird 2021 nach einem mehrstufigen Bewerbungsverfahren vom Rat der Europäischen Union ernannt – zwei Städte Europas tragen pro Jahr diesen Titel. Im Jahr 2025 stellen Deutschland und Slowenien die Europäische Kulturhauptstadt. Die offizielle Bewerbungsphase für die Städte in Deutschland beginnt Ende 2018, die finale Entscheidung wird 2021 getroffen. Die Europäische Union begleitet den gesamten Auswahlprozess. In Deutschland trugen zuletzt West-Berlin (1988), Weimar (1999) und Essen/Ruhr (2010) den Titel „Europäische Kulturhauptstadt“.

 

 

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