Gedenken an die Reichspogromnacht 1938

Veranstaltungen zum Gedenken an die Reichspogromnacht

Aktion Lichterwege mit Stolperstein-Putzaktion 2024
Foto: Philipp Köhler

Die Nacht vom 9. November 1938 gehört zu den schrecklichsten Momenten der deutschen Geschichte. In ganz Deutschland begingen Faschisten systematisch brutale Gewalttaten an Jüdinnen und Juden, zerstörten Geschäfte und Synagogen.

Die Nacht markiert den Wendepunkt von der Diskriminierung hin zu Deportation und Ermordung. Auch in Chemnitz fanden in dieser Nacht brutale Übergriffe auf Juden statt und auch die Chemnitzer Synagoge auf dem Stephanplatz wurde zerstört. 

Die Stadt Chemnitz erinnert mit verschiedenen Veranstaltungen jährlich um den 9. November an dieses Ereignis.

Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht

9. November 2026 um 11 Uhr

Gedenkstele, Stephanplatz, 09112 Chemnitz

Foto: Andreas Seidel

Die Stadt Chemnitz lädt gemeinsam mit der jüdischen Gemeinde Chemnitz zur Kranzniederlegung mit Reden und Musik ein. 
Es sprechen Oberbürgermeister Sven Schulze, Landtagspräsident Alexander Dierks, Dr. Ruth Röcher, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Chemnitz und Hannah Allen, Nachfahrin der jüdischen Chemnitzer Familie Magen.

Auch Kinder und Jugendliche beteiligten sich an den Lichterwegen und putzten Stolpersteine - hier bei den Solpersteinen der Familie Bauer
Foto: Georgius-Agricola-Gymnasium

Stolpersteine und Lichterwege

9. November 2026 ab 16 Uhr

ganzes Stadtgebiet

Logo zu den Lichterwegen
Foto: Buntmacher*innen

Die Chemnitzerinnen und Chemnitzer sind eingeladen in Gedenken an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft die Chemnitzer Stolpersteine zu putzen und zu beleuchten. Die Standorte der bereits verlegten Stolpersteine sind unter www.chemnitz.de/stolpersteine zu finden. 

Wer sich beteiligen möchte, kann sich bis zum 20. Oktober per E-Mail (info@buntmacherinnen.eu) bei den Buntmacher*innen melden.

Führung über den jüdischen Friedhof Chemnitz mit Gästeführer Udo Mayer

9. November, 11 Uhr
Ort: Am Laubengang 13, 09116 Chemnitz

Die Führung dauert ca 1,5 Std., die Führung ist kostenfrei.
Um eine Spende für den Erhalt der historischen Grabsteine wird gebeten.

Männliche Besucher tragen bitte eine Kopfbedeckung.

 

Gedenkveranstaltung am Stephanplatz – 9. November 2025, 15 Uhr

9. November, 15 Uhr
Ort: Stephanplatz, 09112 Chemnitz

Foto: © Pressestelle Stadt Chemnitz

Am Sonntag, dem 9. November, 15 Uhr erinnert die Stadt Chemnitz an die Opfer der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 und an die während der faschistischen Gewaltherrschaft ermordeten sechs Millionen jüdischen Menschen. Oberbürgermeister Sven Schulze legt an der Stele am Stephanplatz, dem früheren Standort der Chemnitzer Synagoge, einen Kranz nieder. Grußworte sprechen außerdem Dr. Ruth Röcher, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde und Dr. Herbert Lappe, Nachfahre einer jüdischen Chemnitzer Familie. Der Chor der Jüdischen Gemeinde Chemnitz gestaltet die öffentliche Gedenkveranstaltung musikalisch.

Hinweis zu Straßensperrungen:

Auf Grund des Gedenkens an der Stele am Stephanplatz wird die Reichsstraße am Sonntag, dem 9. November, von 14.30 bis ca. 16 Uhr zwischen Zwickauer Straße und Weststraße komplett gesperrt. Eine Umfahrung ist über die Weststraße – Zwickauer Straße oder alternativ über die Leipziger Straße – Hartmannstraße – Theaterstraße – Falkeplatz – Zwickauer Straße möglich. Die Polizei sichert die Veranstaltung zusätzlich operativ ab. Veränderungen im Busbetrieb gibt die CVAG gesondert bekannt.

Lichterwege mit Stolpersteine putzen

9. November, ab 16 Uhr
Ort: Beginn Stephanplatz, 09112 Chemnitz, stadtweit

Am 9. November 2025 werden wie in den vergangenen Jahren die Chemnitzer Stolpersteine anlässlich des Gedenktages gereinigt und bedacht. Alle 360 Stolpersteine, die in Chemnitz an den letzten Wirkungs- oder Wohnstätten der Opfer verlegt worden sind, werden in der von den Buntmacher:innen initiierten Aktion Lichterwege geputzt. Mehr als 100 Privatpersonen, darunter Paten von Stolpersteinen, aber auch Vereine und Institutionen unterstützen das Vorhaben und sind an dem Tag unterwegs, um Stolpersteine zu putzen. Sie werden an diesem Tag die Stolpersteine reinigen und eine Kerze aufstellen.

Mit der Aktion wird ein Zeichen gegen das Vergessen in der gesamten Stadt gesetzt. Chemnitzerinnen und Chemnitzer, die die Aktion am Sonntag, dem 9. November aktiv unterstützen möchten, können sich bis zum 31. Oktober per E-Mail bei den Buntmacher*innen melden: info(at)buntmacherinnen.eu 

Alle Standorte der Stolpersteine sind auf www.chemnitz.de/stolpersteine zu finden. Auf dieser Seite werden auch die Fotos der Aktionen veröffentlicht, ebenso in sozialen Kanälen der Stadt Chemnitz und der Buntmacher*innen mit dem Hashtag #lichterwege.

Eine Veranstaltung der AG Stolpersteine und der Buntmacher*innen. Die Veranstaltung ist öffentlich.
 

TU Chemnitz setzt "Lichtpunkt" gegen das Vergessen

9. November, ab 16 Uhr
Ort: Innenhof des Hauptgebäudes der TU Chemnitz, Straße der Nationen 62
 

Foto: TU Chemnitz

Im Innenhof des Universitätsteils Straße der Nationen 62 der TU Chemnitz erinnert seit 1988 ein Gedenkstein des Chemnitzer Bildhauers Volker Beier an die Deportation jüdischer Bürgerinnen und Bürger, die zwischen 1942 und 1945 von hier ihren Ausgang nahm.
Interessierte Besucher:innen können zwischen 16 und 18 Uhr mit Stephan Luther, Leiter des Universitätsarchivs der TU Chemnitz, ins Gespräch kommen. Er beantwortet Fragen zur Entstehung des Mahnmals und der damit zusammenhängenden Deportation Chemnitzer Jüdinnen und Juden. Darüber hinaus berichtet er über Einzelschicksale der aus Chemnitz Deportierten. Gern kann am Gedenkstein ein kleines Licht entzündet werden, um den Opfern der Deportation im Stillen zu gedenken.
 


Musikalische Lesung im Gedenken an die Novemberpogrome 1938

9. November, 19 Uhr
Ort: Besuchs- und Informationszentrum Hartmannfabrik, Fabrikstraße 11, 09111 Chemnitz

Erich Kästner „…und die Katastrophe kam.“
Rezitation/Gesang von Johannes Göbel und Martin Mock

Kriegsgefahr droht immer, weil der Mensch so ist, wie er ist. Diese Befürchtung hat Kästner zeitlebens in Worte gefasst. In Rezitation und Gesang setzen Johannes Göbel und Martin Mock einen inneren Dialog Kästners in Gang, indem sie seinen Tagebuchnotizen aus der Endphase des Zweiten Weltkrieges Gedichte des Autors aus den Jahren

1929 bis 1947 gegenüberstellen, die von Martin Mock vertont wurden – Appelle, Mahnungen treffen auf sich wiederholende Realität.

Die Veranstaltung ist öffentlich. Eine Veranstaltung der Buntmacher*innen.