Zeitzeugen des 5. März 1945

Amerikanische Bomber B17 werfen ihre tödliche Last über Chemnitz ab.
brennende Wanderer-Werke
Das Alte Rathaus wurde durch die Bombardierung am 5. März 1945 komplett zerstört.
Die Chemnitzer Innenstadt nach dem Krieg. Der Rote Turm, aufgenommen vom Neuen Rathaus aus.

Die letzten Zeugen

Diese Zeitzeugen haben die Nacht vom 5. zum 6. März 1945 in Chemnitz erlebt. Hier stehen sie im Jahr 2019 gemeinsam vor dem Neuen Rathaus. Von links nach rechts: Lisbeth Scheinert, Gisela Altendorf, Helga Polzer, Sigrid Klemm, Gottfried Heiner, Ursula Heiner, Karl Keller, Horst Reimann

Der Schrecken des Zweiten Weltkrieges, die Bombardierung der Stadt Chemnitz am 5. März 1945, der Anblick einer ausgebombten Stadt, Flüchtlingsströme in umliegende Städte und Gemeinden, Armut und Hunger sind Bilder, an die sich immer weniger Chemnitzerinnen und Chemnitzer bewusst erinnern können.

Umso wichtiger ist es, Erinnerungen festzuhalten, sie für folgende Generationen zu erhalten und zugänglich zu machen. Die Schicksale der Chemnitzer Kriegskinder machen sprachlos und führen uns vor Augen, was vor 75 Jahren in unserer Stadt passiert ist. Wir haben ganz persönliche Geschichten, die die Kriegskinder im Alter zwischen 4 bis 16 Jahren durchlebt haben, gesammelt. Sie sind geprägt von Todesangst und Verzweiflung. 

Neben den schriftlichen Zeitzeugenberichten haben wir uns mit acht Zeitzeugen persönlich unterhalten. Sie haben uns einen tiefen Einblick in ihre schrecklichsten Kindheitserfahrungen gegeben. Mit ihren Kinderaugen haben sie Dinge gesehen, die viele von uns glücklicherweise niemals zu Gesicht bekommen: leblose, zerfetzte Menschenkörper in Kellern und Straßen. Es sind Bilder, die sich einbrennen, die nie wieder weggehen.

Broschüre

Die letzten Zeugen

Zeitzeugen gesucht

Die Vorbereitungen für den „Chemnitzer Friedenstag“ am 5. März 2020, den die Stadt Chemnitz wieder mit vielen Partnern veranstaltet, laufen bereits. Das Bürgermeisteramt sucht in dem Zusammenhang Chemnitzer, die den Zweiten Weltkrieg erlebten und von ihren Kindheitserinnerungen an den  5. März 1945 berichten möchten.

Nie wieder Krieg!

Die "letzten Zeugen" erzählen ihre Geschichte

Die letzten Zeugen. Eine Produktion vom Filmteam Chemnitz im Auftrag der Stadt Chemnitz.
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Das Radio kündigte den Tod an

Ursula und Gottfried Heiner

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"Es krachte, Putz rieselte. Ich hatte Angst. Mutti nahm mich in den Arm und schützte mich. Erst am Morgen ging Opa raus. Als er wieder in den Keller kam, sagte er: Wir haben kein Zuhause mehr."

Ursula und Gottfried Heiner

Ursula und Gottfried Heiner verbrachten bis zum 5. März 1945 ihre Kindheit im Chemnitzer Stadtteil Sonnenberg. Sie sind seit 59 Jahren verheiratet. Beide sind sich einig: „Wir wollten unsere Geschichten erzählen, damit sich nachfolgende Generationen das Unvorstellbare etwas vorstellen können. Lieber nur trocken Brot essen, nur ein Bett, einen Schrank, einen Tisch haben. Aber nie wieder Krieg!“

Im Feuersturm der brüllenden Stadt

Sigrid Klemm

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"Als die Hölle vom Himmel fiel, spie die Stadt Feuer. Ihr Herz verbrannte. Der Blick gefror, als sie ihr Gesicht verlor. In Schutt und Asche gebettet, Tote und Lebendige am blutigen Morgen."

Sigrid Klemm

Sigrid Klemm war am 5. März 1945 vier Jahre alt. „Ich war damals wie gelähmt. Es war die Urangst ums Leben. Das weiß man auch als Kind. Wenn man das erlebt hat, weiß man, das Leben ist sehr wertvoll und es kann schnell vorbei sein. Ich habe ja gedacht, es regnet Blut vom Himmel."

Hauswände haben bis in die Grundmauern gezittert

Karl Keller

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"Wir dachten, jetzt trifft uns eine Bombe. Das lässt sich nicht beschreiben. Diese Todesangst! Wir wussten von Leipzigern, wir müssen den Mund aufmachen, die Druckwellen können sonst die Lungen zerreißen. Da haben wir uns Klammern in den Mund gesteckt."

Karl Keller

Karl Keller wurde 1935 geboren. Er lebte in Schönau und war neun Jahre alt, als der schlimmste Angriff auf Chemnitz erfolgte. 

Der Himmel war beim Angriff feuerrot

Horst Reimann

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"Mehr als vier Wochen haben wir im Keller gehaust. Mutter hat in der Zinkbadewanne geschlafen, mir hat sie das Kinderbett unten aufgebaut. Im Keller war auch eine Einheit des Volkssturms. Die hatten in der Neefestraße, dort wo jetzt der Solaristurm ist, eine Barrikade aus alten Fässern der Fettchemie aufgebaut."

Horst Reimann

Horst Reimann erlebte den Krieg in der Platnerstraße 5. Er lebte mit seiner Mutter in einer Zweiraumwohnung. Im März 1945 war er fünf Jahre alt. Der Krieg und die Zeit danach haben Horst Reimann geprägt. Als dann die ersten Feuerwerke gen Himmel stiegen, zuckte er zusammen. "Das hat mich nervlich belastet."

Es fielen Luftminen, Sprengbomben, Brandbomben

Gisela Altendorf

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"Wir waren im Schutzraum verängstigt. Die vielen Menschen. Da war Panik. Und dann kam Wasser. Eine Leitung war gebrochen. Alle schrien: Wir müssen hier raus! Aber oben waren die Flieger."

Gisela Altendorf

Gisela Altendorf war zum Kriegsende 12 Jahre alt. "Ich wünsche das keinem. Oft kommen bei mir die Bilder wieder, das Feuer, das Wasser und die Schreie - Wir müssen raus hier. - Ich kann nicht im Kino mitten unter Leuten sitzen. Ich habe das Gefühl zu ersticken. Frieden fällt nicht vom Himmel. Dafür muss man kämpfen." 

Bei Fliegeralarm freiwillig in dieses Loch

Lisbeth Scheinert

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„Wir mussten halb über Menschen steigen, da lag alles auf der Straße. Auf der anderen Seite brannte ein Haus, da war eine Brandbombe rein. Es waren noch Leute drin. Die haben geschrien. Die konnte keiner retten. Das vergisst man nicht.“

Lisbeth Scheinert

Lisbeth Scheinert war während des Bombenangriffs auf Chemnitz 16 Jahre alt und wohnte in Erfenschlag. Ihr Zuhause wurde durch eine Sprengbombe zerstört. "Gegenüber auf der Wiese lag eine Riesenbombe, ein Blindgänger, so groß wie eine Plakatsäule."

Odysee durch eine brennende Stadt

Helga Polzer

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"Kinder, Männer, Frauen waren erstickt. Sie lagen aufgereiht, da mussten wir vorbei, als wir rausgingen. Eine Frau trug einen grünen Pullover. Sie hatte den Mund aufgerissen und hielt den Arm hoch."

Helga Polzer

Helga Polzer war 10 Jahre alt im letzten Kriegs-März und lebte im Lutherviertel. Als Alarm kam, musste sie in die Kaßberg-Gänge. Dort war ein Luftschutzkeller. Nach den Angriffen am 5. März 1945 lief sie mit ihrer Mutter durch die brennende Stadt. Rauch, Flammen, verzweifelte Menschen, Leichen. Als sie nach Hause kamen, stand das Haus noch. Nur die Fenster fehlten.

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