Tag des offenen Denkmals

Eisenbahnviadukt über die Annaberger Straße und Beckerstraße
Technikmuseum Stellwerk II und III mit Seilablaufanlage Hilbersdorf
Straßenbahndepot Kappel

Tag des offenen Denkmals 2020

Der Tag des offenen Denkmals wird 2020 mit digitalen Einblicken in Chemnitzer Denkmälern stattfinden.

Der bundesweite Tag des offenen Denkmals findet am Sonntag, dem 13. September, unter dem Motto "Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken." statt. Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dazu aufgefordert, den bundesweiten Aktionstag in diesem Jahr virtuell durchzuführen.

Die Denkmalschutzbehörde der Stadt Chemnitz als Veranstalter des Denkmaltages ist dieser Auflage gefolgt und daher neue Wege gegangen. Mit Unterstützung von Vereinen, Privatpersonen und Unternehmen sowie Auszubildenden der Stadt wurde eine Auswahl an Objekten in Bild (und Ton) festgehalten und ist nun hier sehen.

Schulen, wie die Annenschule, Grundschule Rabenstein oder die Diesterwegschule werden gezeigt. Die Auszubildenden haben Wissenswertes zum Otto-Werner-Garten im Stadtpark sowie dem Wasserschloß Klaffenbach zusammengetragen. Der Verein Küchwaldbühne e.V. zeigt Geschichte und Gegenwart der beliebten Freilichtbühne. Doch nicht zuletzt sind es auch die privaten Investoren, die das Gesicht von Chemnitz mitprägen. Gebäude, die kurz vor dem Abriss standen, wurden bzw. werden mit ihrer Initiative saniert und in Nutzung gebracht. Beispielgebend dafür sind Fotos von den ehemaligen Kappler Schulen (Chopinstraße 23 und 25), die zu Wohnraum umgenutzt werden und das Wohnhaus Henriettenstraße 45, zu sehen.

Denkmale sind langlebig und reparaturfähig und somit nachhaltig und ökologisch. Weiterhin erzählt ein Denkmal Geschichten und bewahrt Historie. Aber nicht nur Bauwerke, auch Grünanlagen erzählen Geschichten und haben eine große ökologische Bedeutung für die Stadt. Unsere Vorfahren haben dies bereits erkannt und Chemnitz mit großen Frischluftzonen ausgestattet.

Die Herausforderungen der heutigen Zeit bestehen darin, Denkmale in Materialität und Ansicht möglichst original zu erhalten, dabei aber auch neue, zeitgemäße Nutzungen zuzulassen. Nur so besteht die Chance, langen Leerstand und den damit einhergehenden Substanzverlust der Objekte aufzuhalten.

 

Annenschule

Annenstraße 23

Titelbild der Präsentation zur Historie der Annenschule

Die Annenschule, wurde in den Jahren 1952/53 erbaut und ist Bestandteil des Wohngebietes "Wiederaufbaugebiet Reitbahnstraße". Es ist der erste Chemnitzer Schulneubau nach dem 2.Weltkrieg.

Der Schulkomplex besteht aus mehreren traditionalistischen, zwei- bis dreigeschossigen Gebäuden und befindet sich in städtebaulich wirkungsvoller Lage am Westrand des Annenplatzes. Die qualitätvolle Anlage wurde vom Architekten Rudolf Weißer geschaffen.

Mehr zur Historie der Schule und zum Reitbahnviertel erfahren Sie in der ausführlichen, eigens erstellten Chronik, die uns die Schulleitung zum Anlass des offenen Denkmals zur Verfügung gestellt hat. Diese entstand im Rahmen eines Schulprojektes.

Grundschule Borna

Wittgensdorfer Straße 121

Die Grundschule Borna, ehemals Volksschule Borna bzw. Hindenburgschule, später Körperbehindertenschule wurde als Schulkomplex im Pavillonsystem mit Turm und Turnhalle, die ursprünglich als Aula genutzt wurde, um 1929/1930 als eine der modernsten Schulen der Vorkriegszeit in Chemnitz nach den Plänen des Stadtbaurates Fred Otto erbaut. Modern war der Schulkomplex nicht nur in Bezug auf seine Architektur, sondern auch in Hinsicht des reformpädagogischen Ansatzes. So wurde das Gebäude und die dazugehörige Anlage nicht mehr als reine Lehrschule, sondern als Arbeitsschule, weg vom stumpfen Auswendiglernen hin zum Anschauungsunterricht, geplant. Es ist davon auszugehen, dass diese Schule wohl als einer der ersten Schulgebäude im Pavillonsystem in Deutschland erbaut wurde, gebettet in landschaftlicher Lage auf einem Hügel im Stadtteil Borna.

Der mit Ausnahme des zentralen Turmes eingeschossige Komplex besteht aus einem Hauptgang mit Lehrerzimmer, ehemaligen Sonderräumen für Spezialfächer, wie einem Singsaal oder dem Nadelarbeits- bzw. Zeichensaal. Im Hauptgang finden sich ebenso das Direktorenzimmer, sowie weitere Funktionsräume. Von diesem Hauptflügel gehen vier Nebenflügel mit jeweils sechs Klassenzimmern ab. Diese Klassenzimmer sind annähernd 7,5 m x 7,5 m groß. Von jedem Klassenraum gab es einen Zugang zu den Schulgärten, die zwischen den Gebäudeflügeln angeordnet waren, wobei jedem Klassenzimmer ein eigener kleiner Garten zugeordnet war. Die Zimmer werden durch Fensterbänder im oberen Abschnitt der Seitenwände belichtet. Zusätzlich erfolgt eine Belichtung über Vorräume, die mit dem Klassenzimmer eine Einheit bilden und ursprünglich nicht nur als kleine Winter- und Anzuchtgärtengärten, sondern auch als Pausenräume vorgesehen waren. Neben den Vorräumen befanden sich weiterhin kleine Vorbereitungsräume für die Lehrer.

Die Freiflächen außerhalb der Schulgärten waren geprägt durch regelmäßig angeordnete Baumreihen und Hecken, von denen nur Teilbereiche erhalten geblieben sind. Um 1980 erfolgten z.B. auf Grund der Nutzung als Körperbehindertenschule Umbauten und Anbauten sowie massive Veränderungen der Freiflächen. Bei der Neugestaltung der Freianlagen ab 2019 des heute als Grundschule genutzten Schulkomplexes wurde darauf geachtet die alten Strukturen Andeutungsweise wieder herzustellen. Die Sanierung des Gebäudes erfolgte bereits 2016-2017.

Literatur und Quellen:

Fuchs, Cathrin: Denkmalschutzrechtliche Genehmigung. Neugestaltung Freianlagen der Grundschule Borna. 29.01.2019. In: Handakte der unteren Denkmalschutzbehörde der Stadtverwaltung Chemnitz.

 

Kassner, Jens: Chemnitzer Schulbauten zwischen Historismus und Moderne. In: Mitteilungen des Chemnitzer Geschichtsvereins. 65. Jahrbuch. Neue Folge IV. Chemnitz 1995.

 

Deutschlands erster Flach-Schulbau. Die neue Schulplanung für Chemnitz-Borna. Das Stadtparlament genehmigt die Ausführung. 28.06.1929. In: Chemnitzer Tageblatt.

Handwerkerschule

Schloßstraße 3 / Promenadenstraße 2

Bei der Handwerkerschule handelt es sich um zwei Schulgebäude die heute mittels eines Verbinders in moderner Architektursprache den Schulkomplex Berufsschulzentrum Technik II ergeben. Die ursprüngliche Handwerkerschule wurde 1910 nach Plänen des Stadtbaurates Richard Möbius an der Promenadenstraße in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Hartmannfabrik errichtet, was für die Wertigkeit der angebotenen Ausbildungszweige in Hinblick auf den Industriestandort Chemnitz, als auch für die Bedeutung des Unterrichtswesens im frühen 19. Jahrhundert spricht.

Das Gebäude wurde als III. Fortbildungsschule errichtet. Es weist einen viergeschossigen Baukörper in exponierter Lage an der Hartmannstraße, Ecke Promenadenstraße auf, erhöht an drei Seiten mit geschwungenen Giebeln, bekrönt mit einem Turmaufbau. Den kantigen Eingangsvorbau an der Hartmannstraße betont ein halbrunder Erkeranbau. Dem Gebäudeteil schließt sich ein dreigeschossiger Bauteil mit Mansarddach an. Von dort gelangt man über das erhöht liegende repräsentative Haupteingangsportal in das Gebäude.

Das Schulgebäude an der Schloßstraße 3 wurde zwei Jahre später (1912) nach Plänen des Architekten Emil Ebert errichtet, der in Chemnitz u.a. auch das Georgius-Agricola-Gymnasium im Stile des Klinkerexpressionismus plante. Das ehemalige Reformrealgymnasium wurde im zeittypischen Reformstil errichtet und erinnert aus den richtigen Blickwinkeln an den deutschen Schlossbau der Renaissance. Das erkennt man besonders an der Hofansicht, mit deren geschweiften Giebeln und dem turmartig angesetzten Treppenhaus, welcher gemeinsam mit einem kleinen Vorbau die hofseitige Eingangssituation bildet. Gestalterisch überfangen wird dieser Fassadenteil vom Schweifgiebel des Kopfbaus und dessen Dachreiter.

Die Gebäude korrespondieren nicht nur untereinander auf Grund ihrer gemeinsamen Formensprache, auch wurde stadtplanerisch darauf geachtet beide Objekte in ihre unmittelbare Umgebung einzubetten. An die großzügig gestaltete Außenanlage mit Parkcharakter schließt in nächster Umgebung der ebenfalls unter Denkmalschutz stehende Schloßteichpark an. Von diesem gelangt man über den Schloßberg mit seiner ehemaligen Klosteranlage hin in den Küchwald mit seinen zahlreichen Freizeitangeboten.

Literatur und Quellen:

Streetz, Michael: Stellungnahme. Schadt Chemnitz, Berufliches Schulzentrum für Technik II, sog. „Schloßschulen“, Schloßstraße 3 / Promenadenstraße 2. 18.10.2002. In Handakte der unteren Denkmalschutzbehörde der Stadtverwaltung Chemnitz.

Promenadenstraße 2. Ausführliches Denkmalverzeichnis. Kulturdenkmale im Freistaat Sachsen. Landesamt für Denkmalpflege. Freistaat Sachsen.

Schloßstraße 3. Ausführliches Denkmalverzeichnis. Kulturdenkmale im Freistaat Sachsen. Landesamt für Denkmalpflege. Freistaat Sachsen.

Historische Bauakte Promenadenstraße 2. Fach- und Fortbildungsschule. Bauaktenarchiv der Stadtverwaltung Chemnitz.

Diesterwegschule

Kreherstraße 101

Die Diesterwegschule, gelegen im Stadtteil Gablenz, ist eines der wichtigsten Bauwerke der Klassischen Moderne in Chemnitz, entworfen von Friedrich Wagner-Poltrock. Erbaut wurde die Schule in den Jahren 1928-1930. Der Hauptflügel der Schule ähnelt einem Ozeandampfer mit Steuerbrücke. Rechtwinklig schließt sich der Seitenflügel an, wo die Turnhalle und die Fachkabinette untergebracht sind. Die Schule besitzt 24 Klassenzimmer im Hauptflügel der Schule. Für eine gute Belichtung sorgen die großen Fenster und machen in ihrer rhythmischen Gliederung die Raumabfolge ablesbar. Erkennbar ist die Aula, auch als Saal der fünfzig Fenster bezeichnet. Wagner-Poltrock legte eine Freiluftklasse auf dem Dach an, diese existiert heute nicht mehr. Im Hof steht eine Diskuswerfer-Plastik die von Heinrich Brenner entworfen wurde. Die Diskuswerfer-Plastik orientiert sich an entsprechenden Sportlerdarstellungen des klassischen Altertums. Der Aufstellungsort am podestartig erhöhten Endpunkt einer Natursteinmauer akzentuiert die Strukturierung des Außenraumes, die die Gliederung der Baumassen in kubische Einzelkörper im Gelände fortführt.

Autorin: Alexa Arlt (Auszubildende Stadt Chemnitz)

Quellen:

Kassner, Jens, Chemnitz in den „Goldenen Zwanzigern“, Architektur und Stadtentwicklung, Chemnitz, 2000

Streetz, Michael Dr., Stellungnahme Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Handakte der unteren Denkmalschutzbehörde Stadtverwaltung Chemnitz, 11.11.2008

Grundschule Rabenstein

Trützschlerstraße 10

Präsentation zur Grundschule Rabenstein

Die im 19. Jahrhundert. noch getrennten Orte Oberrabenstein und Niederrabenstein, ehemaliges Dorf  "Steyn", besaßen je eine eigene kleinere Schule. Diese wurden Ende des Jahrhunderts zusammengelegt und benötigten eine neue gemeinsame Schule. Die Pläne zur neuen "Centralschule Rabenstein" fertigte 1904/1905 der Chemnitzer Architekt Alfred Kunz.

Als Bauplatz stellte die Gemeindeverwaltung ein großes Grundstück zur Verfügung, welches sich südlich am Rittergutspark anschloss und damals noch westlich vom alten Kirchfriedhof begrenzt wurde. Im Sommer 1905 wurde die Baugenehmigung erteilt und im Herbst 1905 erfolgte der erste Spatentisch zum Bau des Schulgebäudes, am 12. August 1907 war Einweihung.

Mit dem Objekt haben sich unsere Auszubildenden Alina Göpel, Annika Gläser und Miriam Luge aus dem 1. Lehrjahr Kauffrau für Bürokommunikation auseinandergesetzt und für Sie eine Präsentation erstellt.

Otto-Werner-Garten

Heinrich-Sturm-Weg

Video zum Otto-Werner-Garten

Der Otto-Werner-Garten ist Bestandteil des gartenkünstlerisch und stadtgeschichtlich bedeutsamen Chemnitzer Stadtparks, welcher aus einem älteren und einem neueren Teil besteht. Zum alten Teil des Stadtparkes gehören der Claußsche Bürgergarten, der Voigtsche Park mit kleinem Stadtparkteich, der Rosengarten, sowie die schmale Promenade. Die Schaffung dieses Teiles erfolgte in den Jahren 1885 bis 1905.

Der heute als Otto-Werner-Garten bezeichnete Bereich gehört gemeinsam mit dem großen Stadtparkteich, der Tennis- und Ballspielplatz sowie dem naturnahen Markersdorfer Hangwald zum zweiten, neueren Stadtparkteil. Diese Bereiche wurden zwischen 1909 und 1914 fertiggestellt.

Mit dem Gartendenkmal haben sich unsere Auszubildenden Franz Chevalier, Lisa Uhlig und Paul Becht aus dem 3. Lehrjahr, sowie Anton Schmeißer und Nick Bretschneider aus dem 2. Lehrjahr Garten- und Landschaftsbau auseinandergesetzt und ein Video produziert.
 

Wasserschloß Klaffenbach

Wasserschloßweg 6

Präsentation von Auszubildenden der Stadtverwaltung Chemnitz zum Wasserschloß Klaffenbach

Das Wasserschloß Klaffenbach wurde als Renaissanceschloss der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts erbaut, auf quadratischem Grundriss mit einer blockhaften geschlossenen Außenwirkung. Es ist noch heute umbaut von Wirtschaftsgebäuden.

 

Das Schloss, ursprünglich als Wasserburg geplant, verkörpert mit seiner Sachgesamtheit ein bedeutsames Architekturensemble mit Außenanlagen von überregionaler Bedeutung.

 

Mit dem Objekt haben sich die Auszubildenden Anne Bauer, Sarah Neubert, Elias Georgi und Florian Gleisberg aus dem 1. Lehrjahr Garten- und Landschaftsbau auseinandergesetzt und eine Präsentation erstellt.


Landesblindenanstalt

Flemmingstraße 8

Video zur Landesblindenanstalt

Die Gesamtanlage der heutigen Landesblindenanstalt, Flemmingstraße 8, ursprünglich als Königliche Landeserziehungsanstalt für Blinde und Schwachsinnige errichtet, wurde um 1905 im sogenannten Pavillonsystem mit, locker in einem naturnah gestalteten Parkgelände, verteilten Häusern angelegt.

Das Haus 40 diente als Krankenhaus. Es liegt etwas isoliert an der nordöstlichen Ecke der Gesamtanlage, da das Gebäude teilweise zur Behandlung von Infektionskranken benutzt wurde. Der ca. 62 m lange Bau besitzt alle architektonischen Merkmale, die zur Einheitlichkeit der Gesamtanlage beitragen: zweigeschossiger Putzbau mit Walmdach, gliedernde Elemente zumeist in Porphyr, teilweise in Sandstein, ländliche Zierformen, Belebung durch Risalite, Dachhäuschen, und Dachreiter.

Quelle:

Handakte der unteren Denkmalschutzbehörde der Stadtverwaltung Chemnitz

Die Kappler Schulen

Chopinstraße 23 - Hechlerbau

Chopinstraße 25 - Möbiusbau

Bei dem ehemaligen Schulkomplex auf der Chopinstraße handelt es sich um zwei Schulgebäude aus unterschiedlichen Bauzeiten. Nicht nur die Schulgebäude, auch die Turnhalle, die Einfriedung, der Vorgarten, sowie ein Gedenkstein − der an den Widerstandskämpfer Rudolf Harlaß, der sich in den 1940er Jahren gegen das Nazi-Regime auflehnte, erinnern soll – sind Bestandteil der Denkmalaufstellung. Das gesamte Areal wird seit 2019 von der LEWO AG saniert und für Wohnzwecke umgenutzt.

Das Schulgebäude Chopinstraße 23 wurde um 1890 erbaut, der Architekt war Stadtbaurat Eduard Hechler, der u.a. auch an der Chemnitzer Markthalle mitwirkte. Bei dem Gebäude handelt es sich um einen viergeschossigen Klinkerbau mit Mittelrisalit, dessen gründerzeitliche Fassade durch Gesimse und Lisenen gegliedert ist. Symmetrisch angeordnete Segmentbogenfenster bestimmen die Fassadenansichten. Ebenfalls um 1890 erbaut wurde die eingeschossige Turnhalle aus roten Klinkern mit Walmdach und Segmentbogenfenstern.

Eine herausragende Gestaltung hat das Schulgebäude Chopinstraße 25 erfahren, welches 1909 als Mädchenschule nach Plänen und unter Leitung des Stadtbaurates Richard Möbius, der auf Eduard Hechler folgte, erbaut wurde. Der kubische Baukörper hat eine gleichmäßige, zurückhaltend gegliederte Fassadengestaltung. Die Putzfassade ist gekennzeichnet durch symmetrische Fensteranordnungen, teilweise durchbrochen von Putzspiegeln mit zarter Ornamentik, sowie einem schmalen Gesims über dem Erdgeschoss. Die Südseite mit dem Haupteingangsbereich ist durch einen geschossübergreifenden Treppenhauserker hervorgehoben. Im Inneren ist das Gebäude durch ein großzügiges Treppenhaus mit Elementen des Reformstils außerordentlich gestaltet.

Der Gedenkstein, welcher sich auf dem Grundstück befindet, ist ein schlichter Stein mit Bronzeplatte, gewidmet Rudolf Harlaß. Er wurde nach dem 2. Weltkrieg aufgestellt. Rudolf Harlaß lernte Dreher in den Wanderer-Werken Chemnitz und starb als Widerstandskämpfer 1944 im Kaßberg-Gefängnis. Nach ihm war die Grundschule in der DDR benannt.

Literatur und Quellen:

 

Kassner, Jens: Chemnitzer Schulbauten zwischen Historismus und Moderne. In: Mitteilungen des Chemnitzer Geschichtsvereins. 65. Jahrbuch. Neue Folge IV. Chemnitz 1995.

 

Brandenburg, Michael: Die frühere Grundschule in Kappel trug bis 1991 den Namen Rudolf Harlaß. Daran soll wieder erinnert werden. Doch bisher fehlt jede Spur. Freie Presse. 04.06.2020.

 

Baugenehmigung vom 01.10.2018. Handakte der unteren Denkmalschutzbehörde Stadtverwaltung Chemnitz.

Wohngebäude Henriettenstraße 45

Bei dem Gebäude handelt es sich um ein viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus in geschlossener gründerzeitlicher Bebauung, das um 1914 in Formen des Jugendstils als Eckhaus errichtet wurde. Bauherr war der Chemnitzer Kaufmann Alfred Ruttloff, Inhaber einer Firma für Öfen, Herde und Wandplatten.

Die Fassaden sind durch vorspringende Risalite gegliedert, die sich in Form von Dachhäusern mit geschweiftem Abschluss über die Dachtraufe hinaus erheben. Weitere Gestaltungselemente sind die zeittypischen Putzdekore, geschweifte Balkone und die Eckrustika im Erdgeschoss aus Werkstein.

Neben der Fassadengestaltung ist auch die überwiegend im Original vorhandene Innenausstattung des Gebäudes von hohem Denkmalwert. Im Vestibül und Treppenhaus sind das die großen Eingangstüranlagen, die Ausmalungen, Bleiverglasungen der Fenster und die Verkleidung der Wandflächen mit zeittypischen Kacheln/Fliesen, eigens hergestellt von der Firma des Bauherrn.

 

 

Quelle:

Handakte der unteren Denkmalschutzbehörde der Stadtverwaltung Chemnitz

Komplex der ehemaligen Fahrzeugelektrik

Hofer Straße 23

Hierbei handelt es sich um das weiträumige Fabrikareal der seit 1894 am Standort ansässigen Metallwarenfabrik Hermann Riemann, die seit der Wende zum 20. Jahrhundert als Weltmarktführer für Fahrzeugbeleuchtung aller Art galt.

August Hermann Riemann hatte bereits 1866 eine Firma für Metallwaren gegründet, deren Produktionsschwerpunkt bald karbidbetriebene Fahrradlaternen waren. Später kamen Lampen für Motorräder und Autos hinzu. Der Wechsel an die Fürstenstraße war dem unaufhaltsamen Wachstum des Betriebes geschuldet, dessen Erfolg durch Auszeichnungen auf den Weltausstellungen 1910 und 1911 dokumentiert ist. Aus der zwischenzeitlich so genannten "Spezialfabrik für Fahrzeugbeleuchtung" ging schließlich der bis zur Politischen Wende bestehende VEB Fahrzeugelektrik hervor.

Das Ensemble der Produktionsstätte umfasste zahlreiche Fabrikationsgebäude unterschiedlicher Entstehungszeit, die zum Teil um Innenhöfe gruppierte waren. Durch jahrelangen Leerstand, Reparaturrückstau und Vandalismus war die Anlage in einem baulich desolaten Zustand, so dass der Abriss drohte. Dank eines privaten Investors kann zumindest ein Teil der straßenbegleitenden Gebäude gesichert und erhalten werden. Diese sind mit hohem repräsentativem Anspruch gebaut worden und besitzen vielfältig gegliederte Fassaden in gelbem Klinkermauerwerk mit wenigen Akzenten geputzter Spiegelflächen. Zu beiden Straßen hin ist je ein großer Risalit mit aufgesetztem Ziergiebel ausgebildet, der die langen Fronten akzentuiert.

Der weithin sichtbaren Lage des Fabrikkomplexes auf dem Scheitelpunkt der Humboldthöhe wurde mit der Errichtung des rückwärtig angeordneten Treppenturms am Flügel Hofer Straße Rechnung getragen. Repräsentative Türme dieser Art waren bis in die 1920er Jahre hinein ein beliebtes Mittel, um mit einer Landmarke auf die Existenz des Betriebes aufmerksam zu machen.

Karl-Immermann-Straße 30

Das 1886 erbaute gründerzeitliche Kulturdenkmal in der Karl-Immermann-Straße 30 ist ein repräsentativer „Zeitzeuge“ Chemnitzer Stadt- und Militärgeschichte. Der Straßennamengeber, Karl-Immermann, studierte von 1813 bis 1817 an der Universität in Halle Wittenberg Jura und ging später als Schriftsteller und Lyriker in die deutsche Geschichte ein. Als Teil der historischen Kasernenanlagen diente das Mehrfamilienhaus am Rande der Chemnitzer Innenstadt bis 1945 als Unterkunft für die Offiziere des Sächsischen Infanterieregiments „Prinz Maximilian“.

Die imposante Innenarchitektur versetzt seine Besucher bereits beim Betreten der Immobilie in anerkennendes Staunen. Solch ein imposantes, großräumiges Treppenhaus mit seinen marmorierten Säulen, liebevollen Stuckverzierungen, den historischen Fliesenbelag sowie den aufwendigen Wand- und Deckenmalereien, findet sich in Chemnitz nur noch selten. Von außen zeigt sich das Eckgebäude als wahres Schmuckstück und besticht durch seine zahlreichen Simse, Ornamente sowie Verzierungen und lässt den Betrachter kurz Innehalten.

Nachdem das Gebäude in jüngerer Vergangenheit lange leer und kurz vor dem Abriss stand , erwarb die Firma ISIHOME aus Bebra (mit weiteren Standorten in Chemnitz, Halle und Leipzig) das Gebäude und sanierte es im Jahr 2019 mit viel Liebe zum Detail. Dazu wurden noch vorhandene historische Elemente erhalten und restauriert sowie verlorengegangene Details durch erfahrene Handwerksmeister aufwendig wiederhergestellt.

Das Objekt beherbergt heute zehn hochwertig ausgestattete und modernisierte Wohnungen mit je einem Balkon oder einer Terrasse. Die Maisonette-Wohnungen im Dachgeschoss bieten zudem Zugang zu großräumigen Loggien.

Text:

erstellt und zur Verfügung gestellt durch die Firma ISIHOME

Freilichtbühne Küchwaldpark

Küchwaldring 34

Video zur Küchwaldbühne Chemnitz

Die Freilichtbühne im Küchwald wurde 1956-63 auf den Trümmern der kriegszerstörten "Küchwaldschänke" im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes (NAW) nach Plänen des Chemnitzer Architekten Roland Hühnerfürst von 1954 erbaut. Sie nimmt mit ihrem Gebäudeensemble mit markantem Turm und großer Freitreppe eine exponierte Stellung an der großen Festwiese ein. Das Bauensemble ordnet sich ein in die neoklassizistisch geprägte traditionelle Nachkriegsarchitektur. Das ursprüngliche Gebäudeensemble war streng symmetrisch geordnet und mit zwei Türmen geplant. Der Zuschauerbereich ist in Form eines antiken Amphitheaters angelegt worden, welcher durch 20 Jahre unterlassene Pflege vollkommen verwildert war.

Dem Objekt hat sich der Verein Küchwaldbühne e.V. angenommen, dieses in Rücksprache mit der unteren Denkmalschutzbehörde der Stadtverwaltung Chemnitz saniert und wieder in Nutzung gebracht. Zum diesjährigen digitalen Tag des offenen Denkmals präsentiert der Verein sein Kulturdenkmal in einem umfassenden Video.

RAW

Emilienstraße 45

Video zum ehemaligen Reichsausbesserungswerk (RAW)

Das ehemalige Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) − seit 1994 Fahrzeugwerk Chemnitz − ist eingebettet in die Schienenstränge der Bahnlinie Chemnitz-Dresden und des ehemaligen Güterbahnhofs Chemnitz-Hilbersdorf. Nur von seinen Endpunkten an der Emilienstraße und der Frankenberger Straße ist das langgezogene Werksgelände zugänglich. Die großen Werkshallen sind zu beiden Seiten einer zentralen Erschließungsachse angeordnet. Zwar wurden die Einzelbauten teilweise umgebaut, ausgewechselt oder ergänzt, doch der Plan der Anlage blieb in seiner Grundstruktur unverändert. Manche der Hallen sind äußerlich überformt, bewahren jedoch in ihrem Inneren den Zustand der Erbauungszeit. Die Anlage vereinigt auf engem Raum ein breites Spektrum bemerkenswerter Hallenkonstruktionen aus einem Zeitraum von über 125 Jahren. Die Entwicklungsgeschichte des Industriebaus ist hier in einzigartiger Weise dokumentiert. Davon wurden sechs besonders wertvolle Hallenbauten unter Schutz gestellt.

Das RAW ist eine der großen Anlagen dieser Art in Deutschland. Es handelt sich um ein bemerkenswertes Ensemble von großen Hallenbauten verschiedener Epochen und Konstruktionsweisen, die sich nach ihren Dachkonstruktion klassifizieren – z.B. Stahlfachwerkkonstruktion, Stahlbeton-Binder mit parabelförmig gekrümmtem Obergurt oder verschiedene Holzbinderkonstruktionen. Der Industriekomplex ist ein wertvolles Zeugniss der Entwicklung des Industriebaus zwischen 1870 und 1940 mit herausragender verkehrshistorischer, sowie technikgeschichtlicher Bedeutung.

Quelle:

Ausführliches Denkmalverzeichnis des Landesamtes für Denkmalpflege

SPEMAFA

Lerchenstraße 6-8

Die ersten Gebäude des Fabrikkomplexes wurden um 1870 für die Firma Gebrüder Unger AG errichtet, in dem Maschinen für das Fleischerhandwerk hergestellt wurden. Zu DDR-Zeiten wird der Komplex in VEB Spezialmaschinenbau-Fabrik umbenannt, wovon sich die Bezeichnung SPEMAFA ableitet.

Heute umfasst das Areal der ehemaligen Maschinenfabrik ein Vorderhaus mit angegliedertem Seitenflügel und rückwärtigen Fabrikgebäuden. Bei dem Vorderhaus von 1908 handelt es sich um einen dreigeschossigen Klinkerbau mit acht Achsen, Lisenengliederung und einer Mittenbetonung durch eine sanft geschwungene Bekrönung, auf dessen Inschrift die Gebrüder Unger verewigt sind. Rückwärtig davon befindet sich ein dreigeschossiger Putzbau aus den 1870er Jahren, der ehemals 16 Achsen aufwies. Seit den 1970er/80er Jahren wird dieser südlich durch eine große Markthalle beschnitten. Im Norden schließt sich ein weiteres Fabrikgebäude von der Fabrikerweiterung von 1908 an. Letzterer ist ebenfalls ein Klinkerbau.

Aktuell kann man das Gelände eher als Industriebrache bezeichnen, die jedoch in größeren Zeitabschnitten vom aktuellen Eigentümer gesichert und nutzbar gemacht wird. Das Gelände soll sich mit ökonomischen, umwelttechnischen, politischen und sozialen Zukunftsthemen beschäftigen, wobei eine möglichst hohe Personenverweildauer pro Quadratmeter angestrebt wird. 2017 war die SPEMAFA unter anderem Schauplatz des Künstlerfestivals „IBUG“, bei dem mehrere internationale Künstler dem Industriekomplex Farbe verliehen.

Quellen:

Ausführliches Denkmalverzeichnis des Landesamtes für Denkmalpflege.

Marthe, Klaus: Entwickungskonzept Bahnwagenwerk – Lerchenstraße. 25.11.2016. In: Handakte der unteren Denkmalschutzbehörde der Stadtverwaltung Chemnitz.

Streetz, Michael: Stellungnahme zur Notsicherung des achtachsigen Klinkerbaus an der Lerchenstraße. 25.07.2017. In: Handakte der unteren Denkmalschutzbehörde der Stadtverwaltung Chemnitz.

Poelzig-Areal

Ulmenstraße 3

Das Grundstück übernahm im Jahre 1909 die Firma Sigmund Goeritz, ein aufstrebendes Unternehmen der Möbelstoffindustrie, um ihre Produktion dort anzusiedeln. Noch im selben Jahr wurde der straßenbegleitende Fabrikbau aus gelben Klinkern errichtet, welcher nach langem Leerstand bereits vor einigen Jahren saniert wurde und in Nutzung ist.

1911 entstand auf dem Gelände ein hochmodernes Produktionsgebäude in zweiter Baulinie parallel zum Kappelbach und rechtwinklig zur Ulmenstraße als Stahlbeton-Rahmenkonstruktion. Der Architekt war Oskar Geyer aus Zwickau. Charakteristisch für das Gebäude sind die roten Ziegelfassaden mit enggestellten Lisenen, sowie das hohe Satteldach. Der daran angedockte sogenannte Poelzig-Bau, parallel zur Ulmenstraße, wurde von dem Berliner Architekten Hans Poelzig als Produktionsgebäude entworfen und 1925-1926 errichtet, allerdings nie richtig fertiggestellt. Somit ist er noch heute als Torso im Stadtbild sichtbar. Der Bau wirkt monumental mit Staffelgeschoss, Schieferverkleidung und Sohlgesims in Porphyr. Es handelt sich um ein wichtiges Werk der 1920er Jahre in Chemnitz und ist von überregionaler Bedeutung.

Diese beiden Objekte werden derzeit von einem Privatinvestor denkmalgerecht saniert und einer neuen Wohnnutzung zugeführt. Ein Neubau rundet den Poelzig-Torso städtebaulich ab.
 

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