01.11.2013
Pressemitteilung 715

Gedenken an die Pogromnacht vor 75 Jahren


Oberbürgermeisterin bittet Chemnitzer um Teilnahme an Gedenkveranstaltung-
Kranzniederlegung am 8. November an der Stele am Stephanplatz in Chemnitz

Ein Stolperstein für Hermann Fürstenheim wird vor dem Haus TIETZ verlegt

Die Gedenkveranstaltung der Stadt Chemnitz zur Erinnerung an die jüdischen Chemnitzer Bürgerinnen und Bürger der Stadt, die am 9. November 1938 Opfer der faschistischen Pogromnacht wurden oder in den folgenden Jahren während der faschistischen Gewaltherrschaft ermordet wurden, findet in diesem Jahr am Freitag, 8. November 2013 an der Stele am Stephanplatz statt. (Hinweis: In Absprache mit der Jüdischen Gemeinde Chemnitz findet die Gedenkveranstaltung bereits am Freitag, 8. November statt, da der 9. November auf einen Samstag fällt und damit auf den Sabbat, den gemäß der jüdischen Religion also Ruhetag.) 

Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig bittet die Bürgerinnen und Bürger, mit ihrer Teilnahme an der Veranstaltung ein engagiertes Zeichen zu setzen für ein aktives Erinnern und um zugleich ein Zeichen zu setzen gegen Terror und Gewalt heute. 
 
Eröffnet wird das Gedenken 10 Uhr an der Stele am Stephanplatz mit einer Kranzniederlegung und der Gedenkansprache von Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig. Der Chor der Jüdischen Gemeinde Chemnitz wird die Gedenkveranstaltung begleiten. Worte des Gedenkens wird anschließend Dr. Ruth Röcher, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Chemnitz, an die Teilnehmer der Veranstaltung richten. Zum Abschluss des Gedenkens erklingt zuerst der Gesang des israelischen Kantors Yakow Shmidow, dann wird das Kaddisch, das traditionelle Totengebet gesprochen. 
 
Hintergrund: Am Stephanplatz, dem traditionellen Ort der alljährlichen Gedenkveranstaltung der Stadt Chemnitz gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde Chemnitz,  stand bis zu ihrer Zerstörung in der Pogromnacht 1938 die berühmte Chemnitzer Synagoge. Das neue Gotteshaus der Jüdischen Gemeinde Chemnitz wurde am 24. Mai 2002 auf dem Kapellenberg an der Stollberger Straße 28 eingeweiht. 2010 konnte die Jüdische Gemeinde Chemnitz ihr 125-jähriges Jubiläum feiern. Vor der Verfolgung und Ermordung durch die Nationalsozialisten lebten 1933 in Chemnitz etwa 3.500 Menschen jüdischen Glaubens. Derzeit gehören 610 Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Chemnitz an. 
 
Verlegung eines Stolpersteins für Hermann Fürstenheim
Direkt im Anschluss an die Gedenkveranstaltung wird um 11 Uhr ein weiterer Stolperstein vor dem Chemnitzer Haus TIETZ (Eingang Reitbahnstraße) verlegt. Er erinnert an den jüdischen Kaufmann Hermann Fürstenheim, der im Novemberpogrom 1938 ermordet wurde. Hermann Fürstenheim (geb. 1877), der ab 1904 als Geschäftsführer die Chemnitzer Filiale des Kaufhauses Tietz leitete, fiel am Morgen des 10. November 1938 in seiner Villa einem Mordanschlag zum Opfer. Pate des Stolpersteins ist Bernd Ruscher, Betriebsleiter der heutigen Kultureinrichtung DasTIETZ.
 
In Chemnitz erinnern bereits 81 Stolpersteine an Opfer nationalsozialistischer Willkür. Die Stadt unterstützt das Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig seit 2007 und verlegt jedes Jahr Gedenksteine, die an ehemalige Chemnitzer Bürger erinnern, die während des Nazi-Regimes verfolgt, deportiert, ermordet oder in den Tod getrieben wurden.
Alle Informationen zum Thema Stolpersteine in Chemnitz stehen auf den Seiten der Stadt unter www.chemnitz.de/stolpersteine .
 
Hinweis: Um die Gedenkveranstaltung an der Stele am Stephanplatz in einem insgesamt würdevollen und auch dem Anlass angemessenen ruhigen Rahmen durchführen zu können, d.h. ohne den Verkehrslärm der unmittelbar neben dem Gedenkplatz befindlichen Hauptverkehrsstraßen, wird die Reichsstraße im Abschnitt zwischen Zwickauer Straße und Weststraße am Freitagvormittag ab 9:30 für den Straßenverkehr voll gesperrt.  Verkehrsteilnehmer werden um Berücksichtigung und Verständnis gebeten. Die Gedenkveranstaltung wird gegen 10:45 Uhr beendet sein; im Anschluss wird der Straßenabschnitt wieder freigegeben.

Informationen

Herausgeber:
Pressestelle
Stadt Chemnitz

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