Coronaschutzimpfung

Fragen und Antworten zum Impfen

Rund um das Thema Corona-Schutzimpfung gibt es viele irreführende und falsche Informationen. Die wichtigsten Fragen sollen im Folgenden beantwortet werden.

Sie sind von Dr. Thomas Grünewald, dem Leiter der Klinik für Infektions- und Tropenmedizin am Klinkum Chemnitz, geprüft.

Was passiert in meinem Körper nach einer Impfung im Allgemeinen?

Eine Impfung enthält abgetötete Viren bzw. Bruchstücke der Viren. Gelangen diese in den Körper, fängt das Immunsystem an, sich gegen sie zu wehren: Es bildet Antikörper. Gelangen danach Krankheitserreger in den Körper, hat das Immunsystem bereits die richtige Abwehrstrategie und die Krankheit bricht dadurch nicht oder mit meist milderen Symptomen aus.


Warum soll ich mich impfen lassen, wenn ich doch gesund bin und mein Immunsystem sehr gut funktioniert?

Impfen schützt vor Krankheiten. Wenn man sich ansteckt, aber bereits geimpft ist, bricht die Krankheit nicht aus oder man spürt oftmals nur leichte Symptome. Auch gesunde Menschen mit einem guten Immunsystem können schwer am Coronavirus erkranken.

Außerdem schützt man mit der eigenen Impfung auch andere Menschen: Zum Beispiel diejenigen, die sich aufgrund anderer Erkrankungen nicht impfen lassen können. Sobald genügend Menschen in einer Region geimpft sind, hat die Krankheit keine Chance mehr: Wenn sie nicht mehr ausbrechen kann, gilt sie als ausgerottet. Zuletzt ist dies weltweit durch die Pocken-Impfung und in Europa durch die Impfung gegen Kinderlähmung erreicht worden.


Wieso konnte der Corona-Impfstoff so schnell entwickelt werden?

Durch ähnliche Viren (bspw. MERS) wissen die Forscher:innen bereits viel über SARS-CoV-2. Das lieferte eine gute Grundlage für die Entwicklung des COVID-19-Impfstoffes. Darüber hinaus haben Forscher:innen weltweit gleichzeitig daran gearbeitet, ihre aktuellen Ergebnisse miteinander geteilt und direkt an die Prüfbehörden weitergegeben.

So ein globales wissenschaftliches Zusammenwirken gab es vor dieser Pandemie noch nie. Derzeit gibt es zwei wesentliche Gruppen von Impfstoffen – den mRNA- und den Vektorimpfstoff.


Wie sicher sind die Impfstoffe?

In klinischen Studien mit mehreren zehntausend Personen haben Forscher: innen überprüft, ob die Impfstoffe verträglich, sicher und wirksam sind. Dafür gab es drei Studienphasen. Vor allem die klinischen Prüfungen der Phase 3 – die Erprobung an Menschen – wurden sehr breit angelegt. Die Befunde waren sehr gut: Die Impfstoffe wirken und sind sicher.

Dazu kommen in der vierten Phase nach der Zulassung die Sicherheitsbeobachtungen an mehr als einer Milliarde geimpften Menschen, die die hohe Sicherheit der Impfstoffe belegen. Weiterhin wurde Tieren in nichtklinischen Studien eine erhöhte Wirkstoffmenge verabreicht, um mögliche Auswirkungen auf den Körper zu untersuchen. Die Qualitätsanforderungen im europäischen Zulassungsverfahren für Impfstoffe sind sehr hoch. Sie wurden gründlich überprüft und erst danach für die europäischen Länder freigegeben.


Können die Impfstoffe unsere Gene beeinflussen oder manipulieren?

Der mRNA-Impfstoff hat keinen Einfluss auf unsere Gene, da aus mRNA in menschlichen Zellen keine DNA produziert werden kann. Das bedeutet, der mRNA-Impfstoff hat keine Auswirkungen auf das Erbgut.


Wie funktioniert der mRNA-Impfstoff? (Biontech, Moderna)

Wenn der mRNA-Impfstoff in den menschlichen Körper injiziert wird, stellt der Körper Proteine her. Auf diese Proteine reagiert das Immunsystem und bildet Antikörper. Diese Antikörper sind der Schutz vor dem Corona-Virus.
 

Wie funktioniert ein Vektorimpfstoff? (Astrazeneca, Johnson & Johnson)

Bei einem Vektorimpfstoff wird in ein für Menschen ungefährliches Virus (der Vektor oder auch Trägervirus) die Information für die Herstellung eines Stücks der Hülle des Coronavirus SARS-CoV-2 eingebaut. Der Vektor gibt diese Information nach der Impfung an wenige Zellen im menschlichen Körper weiter.

Die Information lautet dann ebenfalls wie beim mRNA-Impfstoff: »Liebe Zelle, bitte stelle ein kleines Stück von der Hülle des Coronavirus (das sogenannte Spike-Protein) her«. Die Immunzellen, die das Spike-Protein erkennen, bilden Antikörper und das Immunsystem kann ebenfalls viel schneller mit einer Abwehrreaktion beginnen, wenn das SARS-CoV-2 in den Körper eindringt.

Wichtig ist: Die COVID-19-Impfstoffe enthalten keine vermehrungsfähigen Viren. Insofern können sie mit Totimpfstoffen gleichgesetzt werden, die keine Erkrankung auslösen können. Dies gilt sowohl für die mRNA- als auch für die Vektorimpfstoffe.


Was ist der Unterschied zwischen Impfreaktion und Nebenwirkung?

Impfreaktionen sind nicht gleich Nebenwirkungen! Impfreaktionen treten unmittelbar nach der Impfung auf und klingen innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder ab. Sie zeigen, dass das Immunsystem aktiv ist. Eine Impfreaktion ist zum Beispiel, wenn die Einstichstelle gerötet ist und wehtut.

Nebenwirkungen treten meist mit zwei oder mehr Tagen Abstand zur Impfung auf. Auf Grund von klinischen Studien vor der Zulassung, die eine gute Verträglichkeit des Impfstoffes gezeigt haben, ist die Häufigkeit von Nebenwirkungen jedoch niedrig.

Im Falle des Impfstoffes von Moderna sind bei 2,6 Fällen von 100.000 Geimpften Herzmuskelentzündungen aufgetreten. Niemand ist dabei verstorben. Das Risiko für eine solche Herzmuskelentzündung bei einer Corona-Infektion ist demnach deutlich höher als bei der Impfung mit einem mRNAImpfstoff.


Welche Impfreaktionen können auftreten?

Wie bei jeder Impfung kann es zu Impfreaktionen kommen. Sie sind ein gutes Zeichen dafür, dass der Körper den Impfstoff aufnimmt und Antikörper entwickelt. Impfreaktionen können beispielsweise stärkere Kopfschmerzen, Glieder- und Gelenkschmerzen, Einstichschmerzen am Arm, Müdigkeit oder grippeähnliche Symptome umfassen.


Hat die Impfung einen Einfluss auf die Fruchtbarkeit?

Dieses sind tatsächlich »fake news«. Die Impfung führt nicht zur Unfruchtbarkeit bei Männern und Frauen. Auch, dass die Impfung bei Frauen die Bildung der Plazenta verhindert, stimmt nicht.


Hat die Impfung einen Einfluss auf den weiblichen Zyklus?

Zyklusstörungen nach einer COVID-19-Impfung wurden international beobachtet und werden derzeit weiter erforscht. Gemeldet wurden unter anderem Zwischenblutungen, eine verstärkte oder ausbleibende Menstruation und andere Zyklus- Unregelmäßigkeiten.

Unter Berücksichtigung der Anzahl geimpfter Frauen in den relevanten Altersgruppen und der Häufigkeit von Zyklusstörungen bewertet das Paul-Ehrlich-Institut die Anzahl der Meldungen als »nicht ungewöhnlich hoch«, wenngleich davon auszugehen ist, dass einige, insbesondere vorübergehende Zyklusstörungen, nicht berichtet werden.

Solche Veränderungen des Zyklus sind auch bei anderen Impfungen oder durch Infektion bekannt und sind auf die Aktivierung des Immunsystems zurückzuführen. Einen direkten Zusammenhang gibt es nicht. Ein gestörter Zyklus pendelt sich in der Regel wieder von allein ein. Wenn die Unregelmäßigkeiten allerdings länger als drei Monate anhalten, sollte dies ärztlich überprüft werden, um auch ganz andere Ursachen nicht zu übersehen!

Betroffene Personen können Zyklusstörungen als mögliche Impfkomplikation unter https://nebenwirkungen. bund.de melden.


Sollten sich Schwangere gegen Corona impfen lassen?

Seit dem 10. Mai 2021 empfiehlt die Sächsische Impfkommission (SIKO) die Corona-Schutzimpfung generell auch für Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel (der 14. Schwangerschaftswoche) und Stillende. Laut aktuellen Studien führt eine COVID-19-Impfung im Gegensatz zur COVID-19- Erkrankung bei Schwangeren nicht vermehrt zu schwangerschaftsspezifischen Komplikationen oder einem erhöhten Sterberisiko für die Föten oder die Schwangeren.

Jedoch kann die Mutter ihre durch die Impfung gebildeten Antikörper über die Nabelschnur oder später über die Muttermilch übertragen und somit auch ihr Kind schützen.


Kann ich mich gegen das Coronavirus impfen lassen, obwohl ich zurzeit ein Antibiotikum nehme?

Die Einnahme eines Antibiotikums hat keine negative Auswirkung auf die Schutzwirkung der Impfung.


Warum kommt es scheinbar zu immer mehr Impfdurchbrüchen?

Die Wirksamkeit der Impfungen ist sehr gut, liegt aber nicht bei 100 Prozent. Das bedeutet, dass sich geimpfte Personen mit dem Virus infizieren können. Dennoch sorgt die Impfung dafür, dass Infektionen deutlich weniger vorkommen. Außerdem sind schwere Krankheitsverläufe bei Geimpften sehr selten. Wenn der Anteil der Geimpften steigt, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass unter den infizierten Personen auch Geimpfte betroffen sein können.

Ein einfaches Rechenbeispiel: Wenn 100 Prozent der Menschen geimpft sind, hat man auch nur noch Impfdurchbrüche. Der Anteil derjenigen, die erkranken, ist bei Geimpften aber viel geringer als der entsprechende Anteil bei den Ungeimpften. Je mehr aktive Fälle es jedoch gibt, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, sich als Geimpfter zu infizieren.
 

 

Alle Informationen zum Impfen und den Impfmöglichkeiten in Chemnitz sind zu finden unter: www.chemnitz.de/coronaschutzimpfung

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